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Bonner Firma entwickelt neue Technik für Politessen

Bonner Firma entwickelt neue Technik für Politessen

Dank Orbit gibt es Knöllchen bald online

Bonn. Die klobigen Erfassungsgeräte der Politessen werden bald der Vergangenheit angehören. Das Bonner IT-Unternehmen Orbit hat eine mobile Lösung für "Black-Berry-Handhelds" entwickelt.

Diese Mobiltelefone mit Internetfunktion sollen die bekannten "grauen Knochen" ablösen - für effizientere Arbeitsabläufe und eine deutliche Kostenersparnis. Christoph Jäger, Mitglied der Orbit-Geschäftsleitung, präsentierte die Bonner Lösung namens "Orbit Mobile Traffic Warden" jetzt bei einem IBM-Kongress in Los Angeles mit 5 000 Teilnehmern.

Die Black Berrys der Politessen sind online mit dem Rechner der jeweiligen Stadt verbunden. So können die vergebenen Knöllchen in Sekundenschnelle übertragen und gespeichert werden. Datenverluste durch leere Akkus werden vermieden. Zudem werden die Geräte online auf den neusten Datenstand gebracht.

Mit dem Black Berry können die Mitarbeiter des Ordnungsamtes prüfen, ob ein Fahrzeug am gleichen Tag schon einmal ein Knöllchen bekommen hat. Ein weiterer Vorteil: Wird ein Wagen abgeschleppt, dann kann der Halter über Polizei beziehungsweise Stadt erfahren, wohin das Auto gebracht wurde.

Die mobilen Verkehrswächter bekommen zudem Zugriff auf relevante Daten der Verkehrsaufsicht, zum Beispiel eine Liste gestohlener Wagen: "Wenn ein Autodieb ein geklautes Fahrzeug falsch parkt, hat er in Zukunft schlechte Karten", so Jäger. Außerdem sollen die Politessen mit einem kleinen mobilen Drucker ausgerüstet werden, mit dem sie an Ort und Stelle Überweisungsformulare für Falschparker erstellen.

Vorteil laut Jäger: "Der brave Bürger zahlt - und die Stadt spart das Porto." Die Firma Orbit rechnet damit, dass sich die Investition für das neue System bereits nach acht Monaten auszahlen wird. Die Bonner Orbit GmbH bietet seit 21 Jahren Komplettlösungen rund um Datenbanken, arbeitet unter anderem für Telekom, Post, Postbank und den Flughafen Köln/Bonn.

Laut Jäger betreut Orbit auch die Losverwaltung der Aktion Mensch, die Wertpapierverwaltung der Deutschen Bank und das Pachtabrechnungssystem von Tank & Rast. 20 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet die Orbit GmbH mit rund 130 festen und freien Mitarbeitern. Seit 1997 hält die Deutsche Telekom 80 Prozent der Anteile, 20 Prozent die Orbit-Geschäftsleitung.