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Bonner Gründungszentrum ist fast ausgebucht

Bonner Gründungszentrum ist fast ausgebucht

Wirtschaftsförderer und Jungunternehmer ziehen nach vier Monaten eine positive erste Bilanz. Inzwischen sind Verträge mit elf Mietern geschlossen worden. Im Sommer kommen auf einer weiteren Etage noch einmal elf Büros hinzu.

Bad Godesberg. Erst gründen, dann bleiben - das war, sinngemäß, der Grundgedanke bei der Entwicklung des neuen Bonner Gründungszentrums an der Godesberger Allee 139.

Dort hat das Amt für Wirtschaftsförderung seit dem Herbst ein Bürogebäude gemietet, das es an Jungunternehmer weiter vermietet. Auf diese Weise sollen Existenzgründer zunächst von der Stadt mit günstigen Konditionen unterstützt werden - und diesen Vorteil mittel- und langfristig in Form von Steuerzahlungen und Standorttreue wieder zurückgeben.

"Wir sind bis auf ein Büro ausgebucht", sagt Markus Heinen vom Amt für Wirtschaftsförderung, der zu festen Bürozeiten selbst in Friesdorf präsent ist. "Auf diese Weise können die Existenzgründer bei praktischen Fragen stets auf einen Ansprechpartner zurückgreifen", sagt Heinen. Inzwischen sind Verträge mit elf Mietern geschlossen worden; einige von ihnen haben gleich mehrere der insgesamt 21 Mieteinheiten in Beschlag genommen. Im Sommer kommen auf einer weiteren Etage noch einmal elf Büros hinzu.

"Unsere Erwartungen wurden übererfüllt", berichtet Heinen. Ganz neu ist die Idee des Gründungszentrums in Bonn bekanntlich nicht: Auch den ehemaligen Schlachthof hatte die Stadt jungen Kreativen seit Ende der 90er Jahre angepriesen. Dass der Durchbruch dort nicht gelang, erklärten die Wirtschaftsförderer stets mit der schwierigen Lage. Im attraktiven Bundesviertel hingegen scheint der "zweite Aufschlag" nun zu gelingen.

"Wir waren immer davon überzeugt, dass die Nachfrage für solch ein Projekt besteht, zumal es für private Vermieter stets aufwendig und schwierig ist, das Objekt in kleine Einheiten zu parzellieren", sagt Stefan Sauerborn, im Amt für Wirtschaftsförderung zuständig für das Service Center Wirtschaft. In Friesdorf finden die Existenzgründer jetzt Büroräume in einer Größenordnung zwischen zwölf und 62 Quadratmetern vor; somit kann hier auch der Ein-Mann-Betrieb einen Standort finden, der für seine Bedürfnisse nicht völlig überdimensioniert ist.

Einer, der seit einiger Zeit seine Geschäftsidee in die Tat umsetzt, ist Carsten Reffgen. Der 38-Jährige hat sich mit einem eigenen IT-Technologie-Vertrieb selbstständig gemacht und findet für das Konzept des Gründungszentrums nur Lob: "Ich bin sehr zufrieden, weil die Mieter eine sehr angenehme, homogene Gemeinschaft bilden. Es kommt zu Synergieeffekten, die auch schon zu einzelnen Projekten geführt haben", berichtet er. So versuche man, sich über die Flure hinweg gegenseitig zu inspirieren und zu helfen.

Gestoßen war er auf das Gründungszentrum, als er das Gründungs-Coaching der Stadt in Anspruch genommen hatte. Auf die Frage, warum er nicht einfach von zu Hause aus arbeitet, hat Reffgen eine plausible Antwort: "Die Distanz ist oft gar nicht schlecht, denn zuhause ist unweigerlich die Ablenkung da. Hier habe ich zurecht das Gefühl, morgens in die Firma zu kommen", sagt er.