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Bonner Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen Gewinnspiel-Abos

Bonner Verbraucherzentrale warnt vor betrügerischen Gewinnspiel-Abos

Bei der Verbraucherzentrale Bonn beschweren sich wieder verstärkt Menschen über betrügerische Gewinnspiele. Gauner nutzen persönliche Daten, vor allem um Konten zu plündern.

Bonn. Bei der Verbraucherzentrale Bonn beschweren sich wieder verstärkt Menschen über betrügerische Gewinnspiele. "Gauner nutzen persönliche Daten - vor allem Bankverbindungen, die sie sich bei arglosen Menschen direkt oder aus illegalen Quellen beschaffen, um deren Konten zu plündern", sagt die Leiterin der Bonner Verbraucherzentrale, Susanne Bauer-Jautz. Am Weltverbrauchertag am Dienstag informierten Verbraucherzentrale und Polizei über die Abzocke per Telefon.

Davon betroffen war auch Andrea Hoppe. Bei ihr rief eines Tages die Mitarbeiterin einer Firma an, deren Namen sie gar nicht verstand, und las ihr ihre persönlichen Daten inklusive Kontonummer vor. Völlig verdattert bestätigte sie die Angaben. Kurze Zeit später begannen verschiedene Firmen, Geld von ihrem Konto abzubuchen. "In letzter Minute gelang es mit Unterstützung der Verbraucherzentrale, das Geld wieder zurückzubuchen", berichtet Hoppe. Zunächst sei es ihr peinlich gewesen, etwas zu unternehmen, da sie einfach blauäugig gewesen sei.

Kommentar Lesen Sie dazu auch " Einfach auflegen""Der Lastschrift-Betrug basiert oft auf untergeschobenen Gewinnspiel-Abos", erläutert Bauer-Jautz. Otto Kurenbach, Leiter des Betrugskommissariats bei der Bonner Polizei, verweist auf eine EU-Richtlinie zu Zahlungsdiensten, der zufolge Banken 13 Monate lang Gelder zurückbuchen müssen, nachdem ein Kunde festgestellt hat, dass sie unberechtigt abgebucht wurden.

"Bevorzugte Opfer sind nach unserer Beobachtung ältere Menschen", berichtet Edith Grandisch vom Kommissariat Prävention und Opferschutz. Sie rät dazu, dass Menschen am Telefon kritisch sein und keine persönlichen Daten preisgeben sollten. Die Firmen würden den arglosen Gesprächspartnern weismachen, sie könnten von Gewinnspielen profitieren oder hätten bereits einen Vertrag, der künftig Geld koste.

Auch Anneliese Schwarzbold wurde monatelang von unseriösen Firmen belästigt. "Manche haben bis zu 30 Mal angerufen", berichtet die Rentnerin. Schließlich hat sie nur durch einen Wechsel der Telefonnummer und des Bankverbindung die Probleme in den Griff bekommen. "Aber das ist ja alles sehr aufwendig", sagt Schwarzbold. Bauer-Jautz von der Verbraucherzentrale rät, regelmäßig Kontoauszüge und Telefonrechnungen zu prüfen. Bei unerlaubten Kontoabbuchungen sollten Opfer sich auch nicht scheuen, bei der Polizei wegen Betrugs Strafanzeige zu stellen.

Kurenbach sagt, dass oft gar nicht bekannt sei, dass man auch mündlich Verträge schließen kann und viele deshalb überrascht seien, dass sie doch irgendwann einmal eine Einwilligung für Lastschriftabbuchungen gegeben haben. Wem eine Zahlungsaufforderung für ein Gewinnspiel-Abo ins Haus flattere, so Bauer-Jautz, sollte dies schriftlich zurückweisen, wenn man keinem Abo zugestimmt habe.

Der Gewinnspiel-Absender müsse nachweisen, dass ein Vertrag zustande gekommen ist. Wer eine Mahnung erhalte, müsse erst reagieren, wenn es sich um einen Mahnbescheid vom Gericht handele. Der darin erhobenen Geldforderung müsse aber unbedingt innerhalb von 14 Tagen widersprochen werden, um weiteren Ärger zu vermeiden.

Rat und Hilfe bei GA-TelefonaktionRat und Hilfe gegen Telefonabzocke und unseriöse Gewinnspiele gibt der General-Anzeiger bei einer kostenlosen Telefonaktion. Vier Experten der Verbraucherzentrale Bonn, der Polizei und der Kreissparkasse Köln stehen dazu am kommenden Freitag, 18. März, von 17 bis 19 Uhr unseren Lesern kostenlos Rede und Antwort. Die Experten geben Tipps, wie man sich am besten schützen kann, und sagen, was zu tun ist, wenn ein vermutlich betrügerischer Anruf erfolgt ist oder sogar schon das Konto geplündert wird. Die Experten sind am Freitag zu erreichen unter den Telefonnummern (02 28) 66 88 -590 bis -593.