Das Frühjahr bringt keine Entspannung

Zahl der Erwerbslosen im Siebengebirge stagniert - Leichte Besserung in Linz

  Auch im März  sind zahlreiche Menschen ohne Job. Die Zahl der Arbeitslosen stagniert.

Auch im März sind zahlreiche Menschen ohne Job. Die Zahl der Arbeitslosen stagniert.

Foto: dpa

Siebengebirge. Von Entspannung keine Spur: Auch der Monat März brachte auf dem Arbeitsmarkt in Bad Honnef, Königswinter und im Kreis Neuwied keine wirkliche Besserung.

Höchstens von Stagnation kann beim Blick auf die jüngsten Statistiken die Rede sein. Zwar bilanzieren die Experten eine leichte Saison-Belebung. Die Auswirkungen von Hartz IV aber korrigierten das wieder, hieß es bei der Vorstellung der neuesten Zahlen durch die Bundesagentur für Arbeit.

So in Bad Honnef und Königswinter, wo im März letzte Gespräche mit den Empfängern des neuen Arbeitslosengeldes II geführt wurden. Da von den Betroffenen nur wenige für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, heben sich die Zahlen nun auf.

Das Ergebnis absolut: Ende März waren in Bad Honnef und Königswinter 2 429 Menschen auf der Suche nach einem Job und damit einer mehr als im Monat zuvor. Der Vergleich zum März 2004: Damals waren es 171 Personen weniger, die bei der Agentur vorstellig wurden. Nicht geändert hat sich die Arbeitslosenquote. Sie beläuft sich auf 7,8 Prozent wie im Februar; im März des Vorjahres waren es noch 7,2 Prozent.

"Der März brachte eine leichte saisonale Belebung am Arbeitsmarkt mit mehr Abgängen von Arbeitslosen in Erwerbstätigkeit, die aber überlagert wurde von den Auswirkungen des Sozialgesetzbuches II", resümiert entsprechend Rembert Flügge, Vize-Leiter der Agentur für Arbeit in Königswinter.

Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt sind denn auch überschaubar. Im März meldeten sich in Bad Honnef und Königswinter 316 Personen neu beim Arbeitsamt an, 312 meldeten sich ab. 124 ehemalige Erwerbslose nahmen wieder eine Arbeit auf. Im Februar waren es nur 102. Besonders hart trifft es auch im Siebengebirge die Langzeitarbeitslosen und die ausländischen Mitbürger: Jeder dritte Arbeitslose, insgesamt 825, ist seit einem Jahr oder länger arbeitslos.

Eine Arbeitslosenquote von 22 Prozent verzeichnet die Agentur bei ausländischen Bewerbern. Etwas günstiger sieht es für die Jüngeren aus: Bei ihnen verzeichnet die Behörde eine Quote von 8,2 Prozent. Allerdings: Die Quote lag im Februar noch bei 7,8 Prozent. Wenig Hoffnung auf Besserung verspricht der Blick auf den Stellenmarkt, obwohl die Nachfrage der Arbeitgeber ein wenig gestiegen ist.

Im März meldeten die Arbeitgeber 60 freie Stellen, 27 mehr als im März 2004. Ein etwas anderes Bild ergibt sich für den Kreis Neuwied. Karl-Ernst Starfeld, Leiter der dortigen Arbeitsagentur, sagt, es sei "nach wie vor schwierig, die jetzigen Zahlen mit denen des Vorjahres zu vergleichen". Aber: "Die Zahl derer, die bisher Sozialhilfe bezogen haben und sich nun arbeitslos melden, geht weiter zurück."

Zwar waren im Landkreis Neuwied insgesamt 258 Männer und Frauen weniger arbeitslos als im Monat zuvor, in einigen Gegenden allerdings stieg die Zahl an. Nicht davon betroffen sind die Gemeinden, die von der Geschäftsstelle Linz betreut werden. Hier gab es eine leichte Entspannung: 2713 Arbeitslose sind aktuell gemeldet, 76 weniger als im Vormonat.

Die Arbeitslosenquote sank von 8,8 auf 8,6 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 7,2 Prozent gelegen. Positive Bewegungen bei den Arbeitslosen über 50 Jahre: Nach einem Anstieg von Januar (593) auf Februar (623) ging die Zahl nun leicht zurück. Aktuell liegt sie bei 615 Personen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Mut und Weitsicht
Kommentar zu Wasserstoff als Speicher Mut und Weitsicht
Aus dem Ressort