90 Filialen auf dem Prüfstand „Depot“-Dekoläden machen Verluste

Bonn · Die Handelskette Depot, die auch in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis fünf Filialen betreibt, muss sparen: Sinkende Umsätze zwingen zur Restrukturierung. Das sind die Gründe.

 „Depot“ verkauft Dekorationsartikel in ihren rund 300 Läden in Deutschland. (Symbolbild)

„Depot“ verkauft Dekorationsartikel in ihren rund 300 Läden in Deutschland. (Symbolbild)

Foto: Depot

Die Dekoladen-Kette „Depot“ wird wegen sinkender Umsätze restrukturiert, wie das Unternehmen mitteilte. Rund 90 von 300 Filialen in Deutschland stünden auf dem Prüfstand, erklärte Christian Gries, Eigentümer der Gries Deco Company GmbH mit Sitz im unterfränkischen Niedernberg. Unter der Marke „Depot“ betreibt sie ein Filialnetz für Wohnaccessoires und Kleinmöbel. Ein Laden ist in Bonn, vier weitere im Rhein-Sieg-Kreis.

In einigen Filialen wie der in Bonn finden Kunden Plakate mit dem Hinweis „Alles reduziert, totaler Ausverkauf“. Eine Mitarbeiterin sagte, es gehe nicht um Schließung, man wolle sich nur von der Frühjahrsware trennen. Laut „Handelsblatt“ hatte die Kette 2023 einen Umsatz von 330 Millionen Euro – ohne den Großhandel – erzielt, vor Corona waren es mehr als 410 Millionen Euro gewesen. Unter dem Strich habe man Verluste gemacht.

 Christian Gries ist Inhaber der Dekoläden „Depot".

Christian Gries ist Inhaber der Dekoläden „Depot".

Foto: Depot

Im Zuge der Restrukturierung kehrte Gries laut Pressemitteilung in die Geschäftsführung zurück und übernahm die Leitung des operativen Tagesgeschäfts. Unterstützt werde er von Kent Fogh Petersen, der bereits seit Ende 2023 in der Geschäftsführung sitzt, und Rainer Schrems, der die Geschäftsführung in Österreich innehat.

Zusammenarbeit mit Bijou Brigitte

Zu dem strategischen Maßnahmenpaket, das bereits geschnürt wurde, gehört ein neues Shop-in-Shop-Konzept. Eine erste Zusammenarbeit mit der Modeschmuckkette Bijou Brigitte sei erfolgreich gestartet. Weitere Gespräche mit potenziellen Partnern würden geführt, hieß es. Um die Mietkosten weiter zu senken, sollen unter anderem Mietverträge auslaufen oder neu verhandelt werden. 90 Läden stehen demnach auf dem Prüfstand. „Aufgrund unserer partnerschaftlichen Verhältnisse mit den Immobilienpartnern hoffen wir darauf, die Hälfte der Filialen halten zu können“, erklärte Gries.

Finanzierung aus Eigenmitteln

Um Logistikkosten zu sparen, könnte der Logistikbereich komplett ausgegliedert werden. Auch sollen die Geschäftsbereiche neu geordnet werden. All diese Schritte sollten mit eigenen Mitteln finanziert werden. In der Zentrale in Niedernberg sowie in den Filialen, die bestehen bleiben, würden auf jeden Fall Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das „Handelsblatt“.

Die sinkenden Umsätze werden mit „wirtschaftlich schwierigen Zeiten“ begründet, weswegen sich die Kunden beim Konsum zurückhielten. Hinzu komme eine geopolitisch unsichere Lage, die Verzögerungen in den Lieferketten verursache. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 3500 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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