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Deutsche Bank verkauft Bonner IT-Tochter an Tata Consultancy Services

Postbank Systems : Deutsche Bank verkauft Bonner IT-Tochter an indischen Softwaredienstleister

Die Deutsche Bank verkauft ihre Bonner IT-Tochter an den indischen Softwaredienstleister. 1500 Beschäftigte wechseln zum Jahresende den Arbeitgeber.

Die Deutsche Bank verkauft ihre IT-Tochter Postbank Systems an den indischen Softwaredienstleister Tata Consultancy Services (TCS). Rund 1500 Mitarbeiter der Bonner Tochter, die überwiegend ihren Arbeitsplatz in Bonn haben, wechseln unter das Dach von TCS, teilte die Deutsche Bank am Montag mit. Das Unternehmen ist bisher für die Computersysteme der Konzernmarke Postbank verantwortlich. „Der Verkauf ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der strategischen Transformation der Deutschen Bank“, teilte die Bank mit.

Das Frankfurter Institut befindet sich in einem großen Umstrukturierungsprozess, bei dem weltweit insgesamt 18 000 Stellen abgebaut werden. Bis 2022 will der Mutterkonzern seine IT-Infrastruktur mit der der Postbank zusammenführen, sodass die Aufgaben von Postbank Systems auf Dauer weniger werden. Die Transaktion führe zu Belastungen von 120 Millionen Euro, die Teil der im vergangenen Jahr verkündeten neuen Strategie seien, so die Deutsche Bank.

Rund 1000 der 1500 Beschäftigten von Postbank Systems arbeiten in Bonn, sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher auf Anfrage. Ein weiterer großer Standort mit 300 Beschäftigten ist in Hameln. Unter den Beschäftigten befinden sich 140 Beamte. Sie wurden vor 1995 bei der Postbank eingestellt, als diese noch eine Behörde war. Die Deutsche Bank wird für diese Beamten weiter die Dienstherreneigenschaft behalten und damit für organisatorische Fragen zuständig sein. Der Bonner Hauptsitz der Postbank Systems ist an der Kennedyallee.

„Die Vereinbarung zum Verkauf der Postbank Systems ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unsere IT-Landschaft zu vereinfachen“, erklärte Deutsche-Bank-IT-Vorstand Bernd Leukert. Der Verkauf sei für alle Beteiligten ein Vorteil. Die IT-Mitarbeiter der Postbank hätten nun Klarheit und eine Perspektive.

Durch den Verkauf von Postbank Systems spart der Konzern mögliche Abfindungen für die Mitarbeiter, die vom Stellenabbau betroffen waren. Die Beschäftigen behalten im Gegenzug ihre Jobs. Der Eigentümerwechsel soll zum Jahresende stattfinden.

„Wir begrüßen die IT-Experten von Postbank Systems ganz herzlich in der TCS-Familie, bieten ihnen zahlreiche Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten und wollen gemeinsam das nächste Kapitel des Wachstums von TCS in Deutschland gestalten“, sagte N. Ganapathy Subramaniam, Chief Operating Officer und Executive Director von TCS. TCS arbeitet mit 453 000 Mitarbeitern in 46 Ländern und ist seit 1991 in Deutschland tätig. Die Deutsche Bank will auch über 2022 hinaus Dienstleistungen bei TCS einkaufen.

Birgit Laumen, Verdi-Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Finanzdienstleistungen, für den Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen, geht davon aus, dass TCS ein Interesse daran hat, einen langfristigen Erhalt der Stellen sicherzustellen. Verdi wisse erst seit Montag vom Verkauf.