1. News
  2. Wirtschaft
  3. Regional

Online-Handel beflügelt zweites Quartal: Deutsche Post bestätigt Rekordergebnis

Online-Handel beflügelt zweites Quartal : Deutsche Post bestätigt Rekordergebnis

Der Bonner Logistikkonzern profitiert von der weltweit anziehenden Konjunktur, die durch die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr eingebrochen war. Zudem beflügelt der zunehmende Online-Handel sein Geschäft.

Anfang der Woche hatte die Deutsche Post DHL mitgeteilt, dass man künftig auch elektrische Frachtflugzeuge einsetzen werde. Im Rahmen der Kooperation mit dem US-Hersteller Eviation soll noch in diesem Jahr ein erster Flug mit diesem Maschinentyp in den USA stattfinden. In Deutschland werden diese Flugzeuge aber nicht zum Einsatz kommen, wie Konzernchef Frank Appel am Donnerstag bei der Vorstellung der Bilanzzahlen für das zweite Quartal erklärte. Es gehe um „zeitkritische Sendungen“, die über größere Distanzen zu transportieren seien – wie es sie in Nordamerika oder Afrika gibt. In Deutschland mit seinen kürzeren Entfernungen würden dafür Lkw eingesetzt, so Appel.

Der Bonner Logistikkonzern profitiert von der weltweit anziehenden Konjunktur, die durch die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr eingebrochen war. Zudem beflügelt der zunehmende Online-Handel sein Geschäft. „Wir blicken mit sehr viel Zuversicht in die Zukunft“, sagte Appel bei einer Telefonkonferenz, auf der er die Anfang Juli veröffentlichten Quartalszahlen, die damals noch vorläufig waren, sogar nach oben korrigieren konnte. Der Konzerngewinn stieg von April bis Juni auf 1,3 Milliarden Euro, das sind fast anderthalb Mal so viel wie im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um gut 22 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro.

Das operative Halbjahresergebnis (EBIT) erreichte fast vier Milliarden Euro. Das wäre vor ein paar Jahren ein Jahresergebnis gewesen, sagte Finanzvorständin Melanie Kreis. „Das ist durch die Bank eine starke Leistung aller operativen Geschäfte“, fügte sie hinzu. Die Deutsche Post DHL teilt sich in fünf Divisionen oder Geschäftsbereiche auf. Am stärksten stieg der Umsatz im ersten Halbjahr in den Bereichen E-Commerce Solutions (+33,8 Prozent), Express (32,1 Prozent) gefolgt vom Luft- und Seefrachtgeschäft (29,3 Prozent).

Am schwächsten entwickeln sich Post und Paket in Deutschland

Am schwächsten entwickelte sich der Bereich Post und Paket Deutschland (+11,3 Prozent). Letzteres beruht auf dem Rückgang des traditionellen Briefgeschäfts. Appel sagte, diese Entwicklung werde sich fortsetzen.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein EBIT von sieben Milliarden Euro und für 2023 unverändert 7,4 Milliarden Euro. „Wir investieren weiter, um die Kapazitäten zu schaffen, dass wir weiter wachsen können“, sagte Kreis. Elf Milliarden Euro plant die Post im Dreijahreszeitraum bis 2023 zu investieren. Davon entfallen auf dieses Jahr 794 Millionen Euro. Mit den Geldern wurden im zweiten Quartal die Express-Flugzeugflotte ausgebaut und zusätzliche Sortierkapazitäten bei Post und Paket in Deutschland geschaffen.

Der bereits angekündigte Corona-Bonus für rund 550.000 Mitarbeiter in Höhe von 300 Euro pro Person wird im vierten Quartal ausgezahlt werden. Am Donnerstag schloss die Post-Aktie mit einem Plus von 0,12 Prozent bei 57,87 Euro (Xetra).