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Die Kölner Pizzakette Vapiano ist insolvent

Kölner Pizzakette : Vapiano ist insolvent

Die Corona-Krise treibt Vapiano in Richtung Insolvenz. Der bereits zuvor angeschlagene Kölner Restaurantbetreiber teilte am Freitag mit, aufgrund eines drastischen Umsatz- und Einnahmenrückgangs in Zusammenhang mit der Pandemie zahlungsunfähig zu sein.

„Seit heute ist klar, dass Vapiano ohne sofortige staatliche Unterstützung nicht überlebensfähig sein wird und Insolvenz anmelden muss, was den Verlust von 10 000 Arbeitsplätzen weltweit zur Folge hätte“, sagte Vapiano-Chefin  Vanessa Hall am Freitag. Nach derzeit geltender Rechtslage sei der Vorstand verpflichtet spätestens innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen.

In einem eindringlichen Appell richtete sich Vapiano an die Bundesregierung und forderte die auf, angekündigte schnelle und unbürokratische Hilfen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig kritisierte das Unternehmen, dass der KfW-Kredit „KfW-Corona-Hilfe“ zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen ist zum jetzigen Zeitpunkt offenbar nicht verfügbar sei. Eine Antragstellung über die dafür zuständigen Hausbanken sei noch nicht möglich.

Vapiano betreibt weltweit über 230 Restaurants, die fast alle geschlossen seien. In Deutschland gibt es 80 Vapiano-Restaurants, die seit Mittwoch auf unbestimmte Zeit geschlossen sind. Darunter sind 55, die das Unternehmen selbst betreibt. Von den Schließungen in Deutschland sind 3800 Mitarbeiter betroffen.

Vapiano erziele derzeit fast gar kein Umsätze mehr, während Gehälter, Mieten und Betriebskosten weiter anfallen. Dadurch kommt es zu einem weiteren signifikanten Anstieg des Liquiditätsbedarfs und Rückgang des bereinigten operaten ERgebnises (Ebitda) sowie des Konzerngesamtergebnisses im ersten und zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Niveau des jeweiligen Vorjahreszeitraums. Der Vorstand werde laufend prüfen, ob für das Unternehmen die Einleitung des Insolvenzverfahrens abgewendet werden könne. Vapiano werde kurzfristig Hilfen von verschiedenen Regierungen in Europa im Rahmen der jeweiligen Krisenpakte prüfen, hieß es in einer Mitteilung weiter.

Vapiano war 2002 mit einem innovativen Konzept auf dem Markt gegangen. Speisen wurden vor den Gästen nach deren Wünschen zubereitet. Jahrelang hatte Vapiano floriert und war stürmisch gewachsen. Bei der Expansion hatte sich das Unternehmen aber übernommen. Auch Kundenbeschwerden über den Service nahmen zu. Gleichzeitig wurde die Konkurrenz i der Branche härter, so dass Vapiano einen scharfen Sparkurs einschlug und sich auch von Restaurants trennte.

Wettbewerber L’Osteria, der 124 Restaurants betreibt, darunter 102 in Deutschland, geht davon aus, die Krise zu überstehen. „Wir halten das durch“, sagte Vorstandschef Mirko Silz der Wirtschaftswoche. Der Markt werde aber nach Corona anders aussehen als zuvor. L’Osteria will das Liefergeschäft hochfahren und setzt auf  Kostendisziplin.