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Kameha Grand in Bonn: Eigentümer übernehmen Hotel-Betrieb

Kameha Grand in Bonn : Eigentümer übernehmen Hotel-Betrieb

Der Bonner Unternehmer Jörg Haas und sein Partner Rüdiger Wilbert haben als Immobilien-Eigentümer jetzt auch die Betriebsgesellschaft des mit Verlusten kämpfenden Luxushotels Kameha Grand komplett übernommen. Die Hotelgesellschaft LH&E mit Carsten Rath an der Spitze ist als Gesellschafter ausgestiegen, wird aber langfristig Lizenzgeber für die Marke bleiben.

Nach einer Kapitalerhöhung stehe das wegen Anlaufverlusten zuvor hoch verschuldete Hotel wieder finanziell solide da, sagte Haas auf Anfrage. Haas und Wilbert, denen außerdem das Klosterhotel Marienhöh im Kreis Birkenfeld, das Restaurant Rolandsbogen in Remagen-Rolandseck sowie das Konferenzzentrum mit Gastronomie im Humboldt-Carré in Berlin gehören, wollen die Hotel- und Restaurantgruppe gegebenenfalls noch weiter ausbauen. Haas: "Ich sehe noch nicht das Ende der Fahnenstange."

Die Übernahme der Kameha-Betriebsgesellschaft durch die Immobilieneigentümer war offenbar nötig geworden, um das Problem der hohen Verschuldung zu lösen. Laut der letzten veröffentlichten Bilanz des Jahres 2011 war die Betriebsgesellschaft zum Jahresende mit knapp 3,9 Millionen Euro überschuldet.

Ursache dafür wiederum: die hohen Anlaufverluste. Nach 2,5 Millionen Euro Minus im Jahr 2010 hatte sich das Ergebnis 2011 auf minus 2,2 Millionen Euro nur unwesentlich verbessert. Unter anderem durch Gesellschafterdarlehen und Pachtstundungen wurde die Lücke in der Bilanz geschlossen.

Haas dementierte gestern allerdings, bei der Übernahme der Betriebsgesellschaft habe es sich um eine "Rettungsaktion" gehandelt: "Die Übernahme war schon länger unser Wunsch". Auf den Hotelbetrieb und die Beschäftigten werde die Übernahme der Betriebsgesellschaft keine Auswirkungen haben, sagte Haas. Für dieses Jahr rechne er mit einem gleich bleibenden Umsatz in Höhe von 18,5 bis 19 Millionen Euro.

Die Zimmerauslastung liege ebenso nahezu unverändert bei 67,5 Prozent, der durchschnittliche Zimmerpreis (2011: 140,49 Euro) sei auf 143 bis 144 Euro gestiegen. Haas zeigte sich zuversichtlich, die Verluste in diesem Jahr bis auf ein leichtes Minus zurückführen zu können: "Bei einem Jahresumsatz von 19 Millionen Euro erreichen wir die Gewinnschwelle". Diese Umsatzhöhe werde wohl im nächsten oder übernächsten Jahr erreicht.

Geplant sei für das laufende Jahr ein Umbau der Terrasse und ein neues Konzept für die dortige Außengastronomie. Die bisherige Ausrichtung der Außengastronomie vor allem auf das Hotel und seine Gäste habe nicht den erwünschten Erfolg gehabt. "Die Terrasse des Kameha Grand ist auch ein Symbol für die Bonner Bürger", sagte Haas. Ziel sei es, mit anderen Preisen in der Außengastronomie mehr Menschen von der Promenade anzuziehen und ihnen auch "die Schwellenangst zu nehmen".