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Sicherheit am Flughafen Köln/Bonn: Flughafen Köln/Bonn und Kötter beenden Zusammenarbeit

Sicherheit am Flughafen Köln/Bonn : Flughafen Köln/Bonn und Kötter beenden Zusammenarbeit

Der Flughafen Köln/Bonn und die Sicherheitsfirma Kötter beenden ihre Zusammenarbeit im Bereich der Personal- und Warenkontrollen zum 31. Januar 2018.

Nach den massiven Vorwürfen um Unregelmäßigkeiten bei der Sicherheitsfirma Kötter beenden der Köln/Bonner Flughafen und das Essener Unternehmen zum 31. Januar 2018 vorzeitig ihre Zusammenarbeit. Dies teilte Kötter Freitagnachmittag schriftlich mit. Kötter wird vorgeworfen, Bescheinigungen an Mitarbeiter für nie erfolgte Schulungen ausgestellt zu haben.

In der Mitteilung gesteht das Unternehmen ein, dass es Manipulationen gegeben haben könnte. „Nach interner Revision und externer Prüfung besteht Anlass zum Verdacht, dass im Rahmen der Zertifizierungsverfahren von Mitarbeitern in Einzelfällen Manipulationen vorgenommen wurden, die strafrechtliche Relevanz haben können“, heißt es in der Mitteilung. Weitere Nachfragen wollte das Unternehmen nicht beantworten. „Für die Restlaufzeit haben die beiden Unternehmen umfassende zusätzliche Kontroll- und Überprüfungsmaßnahmen vereinbart. Der ursprüngliche Vertrag hatte eine Laufzeit bis Januar 2021“, teilte der Flughafen am Freitag mit.

Gleichzeitig betonte die Kötter Airport Security GmbH, man wolle die strafrechtlichen Ermittlungen zu den Vorwürfen, wonach Bescheinigungen an Mitarbeiter für nie erfolgte Schulungen ausgestellt worden seien, vollumfänglich unterstützen. Eine rasche Aufklärung sei im Interesse aller Beteiligten, um die Verantwortlichen für dieses Individualverschulden zur Rechenschaft zu ziehen.

Mitarbeiter könnten weiterbeschäftigt werden

Trotz der aufgekündigten Zusammenarbeit zwischen der Sicherheitsfirma und dem Flughafen bestehe für die Mitarbeiter kein Anlass zur Sorge, teilte Kötter mit. Die rund 160 betroffenen Beschäftigten im Bereich der Personal- und Warenkontrollen unterlägen dem gültigen Manteltarifvertrag für den Luftsicherheitsbereich und könnten demnach von einem anderen Dienstleister nach Neuausschreibung eines Vertrags übernommen und weiterbeschäftigt werden.

Zum Hintergrund: Kötter-Beschäftigte hatten angegeben, ihnen seien von Vorgesetzten bewusst falsche Schulungsbescheinigungen ausgestellt worden. Sie hätten nicht alle für das Jahr 2016 vorgeschriebenen Schulungen erhalten. Kötter hatte die Vorwürfe zunächst zurückgewiesen. Die Sicherheit des Flugbetriebs sei nicht beeinträchtigt gewesen, hatten sowohl das Verkehrsministerium wie auch der Flughafen betont. Die Sicherheitsmitarbeiter seien ausgebildet und mit der notwendigen Zertifizierung am Flughafen tätig. Diese Zertifizierung muss alle drei Jahre erneuert werden. Bei einem Teil dieser Fortbildungen aus dem Jahr 2016 seien Unregelmäßigkeiten festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Kötter sei angewiesen worden, die Mitarbeiter innerhalb von zwei Monaten nachzuschulen.

Kötter-Mitarbeiter sind am Flughafentor A eingesetzt. Das ist die zentrale Kontrollstelle für Personen, die im Sicherheitsbereich arbeiten, und Waren, die verschickt werden. Am Freitag lenkte Kötter ein und teilte mit, dass alle Luftsicherheitskontrollkräfte, die an der Personal- und Warenkontrolle im Einsatz sind, nun innerhalb von acht Wochen nachgeschult würden.

Kötter kündigt Konsequenzen an

Gleichzeitig hat Kötter erste Konsequenzen für die Abläufe und Prozesse vor Ort gezogen. So soll kurzfristig ein Ombudsmann seine Arbeit aufnehmen, „der die aktuellen unternehmenseigenen Untersuchungen begleiten und künftig unabhängiger Ansprechpartner für vertrauliche Meldungen und Hinweise sein“ soll.

Konsequenzen haben auch Vorwürfe, die sich gegen einen Betriebsleiter richten. Mitarbeiter hatten ihren Vorgesetzten der Korruption und Nötigung bezichtigt. Kötter reagierte und übertrug die Gesamtverantwortung für die Umsetzung der neuen Prozesse ab sofort dem kommissarische Niederlassungsleiter Matthias Mlottek. Die gegen den Betriebsleiter anonym erhobenen Vorwürfe würden von unabhängiger Seite intensiv geprüft. Sollte es zu Verfehlungen einzelner gekommen sein, werden hieraus rasch Konsequenzen erfolgen, so Kötter.