1. News
  2. Wirtschaft
  3. Regional

Airport Köln/Bonn: Flugverstöße an Bonns Nachthimmel - Flugsicherung beantragt Bußgelder

Airport Köln/Bonn : Flugverstöße an Bonns Nachthimmel - Flugsicherung beantragt Bußgelder

Himmlische Ruhe nachts in Bonn? Von wegen, sagt der Bürger Bund Bonn (BBB) und stellt fest: Die Bundesstadt hat ein Problem mit nächtlichem Fluglärm, vor allem im Süden Bonns und in Bad Godesberg beschweren sich immer häufiger Bürger über nächtliche Ruhestörung durch Flugzeuge.

Der Bürger Bund ist sicher, dass der Lärm durch Abweichungen von der vorgeschriebenen Flugroute und -höhe entsteht. Tatsächlich hat das Amt für Deutsche Flugsicherung in drei gemeldeten Fällen vom Oktober Verstöße bestätigt und die Verhängung von Bußgeldern beantragt, wie es dem GA auf Anfrage mitteilte. Nun hat der Stadtrat auf Antrag des BBB einstimmig beschlossen: Die Verwaltung soll weiteren mutmaßlichen Verstößen nachgehen.

Insgesamt hat der BBB 33 weitere Fälle aufgelistet, in denen es zwischen März und Dezember 2012 am nächtlichen Himmel über Bonn lauter als erlaubt zugegangen sein soll. Vier Mal beschwerten sich Bürger aus Bonn, die übrigen Lärmbeschwerden kamen alle aus Bad Godesberg, wo es der Auflistung zufolge in manchen Nächten gleich mehrfach unerträglich laut gewesen war. Bernhard Wimmer vom Bürger Bund ist davon überzeugt, dass dort in jedem Fall von der vorgeschriebenen Route und Höhe abgewichen wurde.

Wimmer hat, wie er sagt, höchstpersönlich festgestellt, dass Fluglärm in Bonn auch da vorkommt, "wo er gar nichts zu suchen hat" - im Musikerviertel. Hier wohnt Wimmer selbst, und er ist, wie er erklärt, nicht der einzige, der sich dort von nächtlichem Fluglärm gestört fühlt. Dabei führe über dieses Wohngebiet eigentlich gar keine Flugroute. Und trotzdem, so hat er festgestellt, gebe es vor allem nachts zwischen 23.30 und 0.30 Uhr Frachtmaschinen, die "offensichtlich zu niedrig und jaulend über Bonn fliegen".

Bei der Fluglärmmessstelle am Flughafen Köln/Bonn ist die Liste der Beschwerden von Bürgern aus Bonn nicht so lang, erklärte Michael Partsch. Wie viele Meldungen im vergangenen Jahr über Fluglärm aus der Bundesstadt eingingen, weiß er zwar nicht, aber es seien ähnlich viele gewesen wie im Jahr zuvor, meint er: nämlich 14 von insgesamt 3000 aus der gesamten Region.

Für den Wimmer ist das aber kein Grund, die Verstöße und damit den nächtlichen Lärm über Bonn hinzunehmen. Und dieser Auffassung sei auch der Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz, der nun die 33 gemeldeten "Lärmereignisse" durch die Deutsche Flugsicherung überprüfen lassen will zur Beurteilung der Frage: Inwieweit ist die derzeitige Lärmbelästigung über Bonn noch hinnehmbar?

Denn, so der BBB, man teile nicht die Einschätzung von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, der die Fluglärmbelästigung am "Boden des Bonner Stadtgebiets als verträglich" ansieht. Wimmer hat mittlerweile den Eindruck gewonnen: "Es ist wahnsinnig schwer, die Stadt davon zu überzeugen, dieser Lärmbelästigung nachzugehen." Deshalb wolle der BBB ab Mai die Bürger mobilisieren und ermuntern, Fluglärm zu melden. "Denn", so Wimmer, " wenn man nichts unternimmt, passiert auch nichts."