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Birkenstock: Gesundheitsschuh-Hersteller legt Firmensitz nach Neustadt

Birkenstock : Gesundheitsschuh-Hersteller legt Firmensitz nach Neustadt

Der rheinland-pfälzische Gesundheitsschuh-Hersteller Birkenstock verlegt seinen Firmensitz nach Neustadt/Wied und will von dort aus kräftig expandieren. Das teilte der neu formierte Konzern mit.

Die knapp 220 Verwaltungsmitarbeiter, die bisher an den Standorten Vettelschoß und St. Katharinen ebenfalls im Landkreis Neuwied tätig waren, sollen schon Anfang nächsten Jahres in die Zentrale in Neustadt wechseln, wo Birkenstock in einem neuen Gewerbegebiet, dem Innovationspark Rahms, drei Gebäude mit zusammen mehr als 11.000 Quadratmetern angemietet hat.

Der Standort Vettelschoß soll nach Firmenangaben zu einem internationalen Logistikzentrum weiterentwickelt werden, St. Katharinen werde sich auf seine Rolle als Produktionsstandort konzentrieren. "Auch an den beiden angestammten Standorten werden wir in die Weiterentwicklung der Infrastruktur und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen investieren", versprach Birkenstock.

In den vergangenen Monaten war Birkenstock von einem Verbund von 38 Einzelunternehmen zu einem Konzern mit den drei Sparten Produktion, Vertrieb und Service umgebaut worden. Dabei wurden auch Randbereiche geschlossen, rund 50 Mitarbeiter mussten gehen. Ein Werk in Osthessen mit 280 Beschäftigten soll geschlossen werden. Die Neuorganisation war nach dem Ausscheiden von Stephan Birkenstock angestoßen worden. Seit Jahresende 2012 gehört das Unternehmen den Brüdern Christian und Alex Birkenstock.

Die Leitung des neuen Konzerns mit der Dachgesellschaft Birkenstock GmbH & Co KG liegt allerdings nicht mehr in den Händen der Familie - ein Novum in der bald 240-jährigen Geschichte des Unternehmens. Oliver Reichert vertritt als Geschäftsführer die Interessen von Christian Birkenstock, Markus Bensberg ebenfalls als Geschäftsführer die Interessen von Alex Birkenstock.

Birkenstock ist mit seinen knapp 2000 Beschäftigten der letzte große Schuhhersteller, der ausschließlich in Deutschland produziert. Das solle auch so bleiben, versicherte ein Unternehmenssprecher. Geplant sei, bis zum Jahr 2020 die Produktion zu verdoppeln. "Mittelfristig werden zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen." Schon jetzt liege der Exportanteil bei mehr als 80 Prozent. Wachstumsmöglichkeiten gebe es noch in vielen Ländern mit "Sandalenklima", wie in Südamerika, Indien, China, Afrika und nicht zuletzt auch in Südosteuropa.

Zu Umsatz und Ergebnis machte Birkenstock am Dienstag keine Angaben. Die Kernmarke Birkenstock Orthopädie als eine der 38 Gesellschaften der Gruppe hatte laut Bundesanzeiger 2011 einen Umsatz von rund 135 Millionen Euro und ein Jahresergebnis von knapp 36 Millionen Euro erzielt.