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Hans Hahne: "Bonner beste Burger-Esser Deutschlands"

Hans Hahne: "Bonner beste Burger-Esser Deutschlands"

Der Franchisenehmer betreibt 15 McDonald's-Filialen in der Region mit 620 Mitarbeitern. In Bonn ist McDonald's eine Art Familienunternehmen.

Hans Hahne kennt seine Fast-Food-Kundschaft genau. Da gibt es die Sparsamen, die vor allem die Ein-Euro-Burger kaufen. Und diejenigen, die von der Leuchttafel über dem McDonald's-Tresen am liebsten den größten und teuersten Fleischklops wählen. "Die mittlere Preislage spielt bei uns wie bei vielen anderen Produkten auch eine immer geringere Rolle", sagt der 61-Jährige.

Besonders wichtig sind für den Bonner aber die, die er "Veto-Kunden" nennt. Denn sie verhindern potenziell, dass die ganze Familie beim Burger-Bräter einkehrt. "Früher waren das die Väter, für die es deshalb lange Zeit Bier in den Filialen gab", sagt der Unternehmer. "Heute sind es die Mütter, für die wir das Salat-Angebot aufgestockt haben."

Seit mehr als 30 Jahren verdient Hahne als McDonald's-Franchisenehmer sein Geld mit Big Mac und Co. Er betreibt 15 Restaurants im Bonner Raum und sechs in Köln. Sie erwirtschaften nach seinen Angaben zusammen einen Jahresumsatz von 32 Millionen Euro. Hahne beschäftigt 620 Mitarbeiter, die meisten in Vollzeit.

McDonald's McDonald's hat in Deutschland seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2011 nach eigenen Angaben um rund fünf Prozent auf 1,53 Milliarden Euro gesteigert. Ende vergangenen Jahres betrieben der US-Konzern und seine Franchisenehmer hier 1 386 Restaurants mit insgesamt 62 000 Mitarbeitern. Im laufenden Jahr sollen nach Firmenangaben 20 bis 30 neue Filialen hinzukommen. Die Burger-Kette wurde 1940 in den USA von den Brüdern Richard und Maurice McDonald gegründet. 1971 eröffnete die erste deutsche Filiale in München. McDonald's ist in den USA an der Börse notiert und gehört verschiedenen Kleinaktionären sowie amerikanischen Pensionsfonds.Bonn ist für die US-Kette offenbar ein lukrativer Markt. "Es gibt keine Stadt in Deutschland, in der McDonald's erfolgreicher ist", sagt der Unternehmer. 1977 wurde hinter dem Bahnhof das erste Restaurant in der damaligen Bundeshauptstadt eröffnet.

Die Filiale in der Poststraße verkauft auch heute noch Burger. In Bonn ist McDonald's eine Art Familienunternehmen. Hans Hahne hat nach mehreren Jahren als Franchisenehmer in Lübeck 2006 die Köln/Bonner Filialen von seinem Bruder Kent Hahne übernommen. Der hatte die Pizza-Kette Vapiano mit aufgebaut und sich daher von Burgern und Pommes getrennt.

Hans Hahne wurde als Sohn deutscher Einwanderer in Kanada geboren, ist in den USA aufgewachsen. In den 60er Jahren zog die Familie nach Bonn, Hans Hahne und seine Geschwister besuchten die amerikanische Schule in Plittersdorf. Beim Studium in den USA sammelte er später als Betriebsleiter der Uni-Mensa erste Gastronomie-Erfahrungen.

Den Markt im Geburtsland des Hamburgers beobachtet der Bonner genau. Im Moment seien in den USA "Gourmet-Burger" besonders beliebt. "Da wird das Hackfleisch dann für jeden Burger mit der Hand geformt", sagt Hahne. "Das kostet dann umgerechnet knapp vier Euro, das wäre den meisten deutschen Kunden zu teuer."

Trotz der sparsamen Deutschen ist Europa für den US-Konzern ein lukrativer Markt. "Hier stehen 20 Prozent der Restaurants, werden 30 Prozent der Umsätze und 40 Prozent der Gewinne erwirtschaftet", sagt Hahne. Für Laien eine Überraschung: "Unser wichtigster Standort in Europa ist Frankreich", sagt Hahne.

"Die Franzosen gehen nicht nur überdurchschnittlich oft zu McDonald's, sie essen dort auch die größten Portionen", so der Unternehmer. Er führt das auf die eher kargen Frühstücksgewohnheiten in dem bisher eher als Gourmet-Paradies bekannten Nachbarland zurück.

Hahne räumt auch mit einem weiteren Vorurteil über die Fast-Food-Kette auf. Von weltweitem Einheitsessen sei McDonald's weit entfernt. So verkaufe die Kette in Indien kein Rindfleisch, dafür seien rund 50 Prozent der angebotenen Speisen vegetarisch.

Deutschland verkaufe als einziges Land standardmäßig einen Burger aus Schweinefleisch ("McRib"). In den USA stehe dieser Burger nur sporadisch auf der Speisekarte. Hahne: "McDonald's müsste dort sonst so viel Schweinefleisch einkaufen, dass der gesamte Markt in Turbulenzen geriete."