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„Fragwürdiger Stil“: Haribo-Beschäftigte mobilisieren wegen Werksschließung in Sachsen

„Fragwürdiger Stil“ : Haribo-Beschäftigte mobilisieren wegen Werksschließung in Sachsen

Der Unmut im sächsischen Wilkau-Haßlau ist groß, nachdem Haribo die Schließung seines dortigen Werks angekündigt hat. Bei einer Krisensitzung im Rathaus erörterten Politik, Gewerkschaft und Betriebsrat, welche Optionen sie nun haben.

Wegen der angekündigten Schließung des Haribo-Werkes im sächsischen Wilkau-Haßlau hat es am Donnerstag eine erste Krisensitzung im Rathaus der Stadt gegeben, bei der auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zugeschaltet war. „Wir haben ein Bündnis auf die Beine gestellt und eine Kommunikationsstrategie gegenüber der Geschäftsführung beraten“, teilte der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber dem General-Anzeiger (GA) mit. Das Haribo-Werk liegt in seinem Wahlkreis.

Ein Vertreter der Haribo-Geschäftsführung in Grafschaft hatte der Belegschaft am Freitag vor Ort angekündigt, dass das Werk, wo 150 Menschen beschäftigt sind, zum Jahresende schließen soll. Laut Körber kam die Ankündigung für die Beschäftigen „aus heiterem Himmel“. Nach drei Minuten sei die Versammlung beendet gewesen, Fragen hätten nicht gestellt werden können. „Das ist ein fragwürdiger Stil“, erklärte Körber.

Kritisch äußerte sich auf Anfrage auch die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Die Linke). „Von sozialer Kompetenz hat die Haribo-Geschäftsführung noch nichts gehört“, sagte Zimmermann, die dem DGB-Kreisverband vorsteht. Man dürfe nicht 150 Beschäftigte und ihre Familien sieben Wochen vor Weihnachten, und dann noch in Corona-Zeiten, vor das berufliche Aus stellen.

Besorgt ist auch die Stadt Wilkau-Haßlau, weil das Haribo-Werk der größte Gewerbesteuerzahler ist.