Bundesweite Auswertung Hochwassergefahr für Häuser in Bonn besonders hoch

Berlin · Bonn hat nach einer Erhebung der Versicherungswirtschaft die meisten hochwassergefährdeten Gebäude in NRW. Die Stadt liegt damit deutlich über den NRW- und bundesweiten Durchschnitt. Die Zahlen im Überblick.

 Das Rheinufer ist im Februar 2021 über die Ufer in Bonn getreten. (Archivfoto)

Das Rheinufer ist im Februar 2021 über die Ufer in Bonn getreten. (Archivfoto)

Foto: Benjamin Westhoff

Mehr als 28.000 Adressen in Nordrhein-Westfalen sind laut einer Untersuchung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hochwassergefährdet. Dabei handele es sich um Wohnhäuser, gewerbliche Bauten, sowie landwirtschaftliche oder öffentliche Gebäude, teilte der GDV am Dienstag in Berlin mit. Die Gebäude lägen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten oder in Hochwassergefahrenflächen. NRW hat insgesamt rund 4,4 Millionen Adressen.

Die meisten hochwassergefährdeten Gebäude in NRW liegen demnach in der Stadt Bonn. Von den über 63.000 Adressen im Gebiet der Stadt am Rhein sind rund 2700 (4,2 Prozent) betroffen. Es folgen die Kreise Höxter mit 960 Gebäuden (2 Prozent) und Euskirchen mit 1240 Gebieten (1,8 Prozent) in Überschwemmungsgebieten.

„Aufgrund des Klimawandels und damit häufiger auftretenden Wetterextremen sind Schäden in Milliardenhöhe vorprogrammiert“, erklärt die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach mit. Der Verband fordert ein gesetzliches Bauverbot in Überschwemmungsgebieten. Die bisherigen Regelungen ließen zu viele Ausnahmen zu.

Hochwassergefahr: NRW liegt bundesweit im Mittelfeld

Der Verband hat untersuchen lassen, wie viele der rund 22,4 Millionen Adressen in Deutschland in betroffenen Gebieten liegen und wie sie sich auf die Bundesländer und Landkreise verteilen. Nordrhein-Westfalen liegt mit Platz zehn und 0,51 Prozent Adressen im Überschwemmungsgebiet im Mittelfeld.

Das Land mit dem größten Anteil an gefährdeten Adressen ist dem GDV zufolge Sachsen. Knapp drei Prozent der untersuchten Anschriften liegen demnach in diesem Bundesland. Dahinter folgen Thüringen (2,7 Prozent) und Rheinland-Pfalz (2 Prozent). Am wenigsten betroffen sind Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin.

(dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort