1. News
  2. Wirtschaft
  3. Regional

Protestmarsch : Hunderte demonstrieren in Eitorf gegen Schließung von ZF

Protestmarsch : Hunderte demonstrieren in Eitorf gegen Schließung von ZF

Am Donnerstag hatte die 690 Beschäftigten des ZF-Werks in Eitorf die Nachricht erreicht, dass ihr Werk geschlossen werden soll. Mehrere hundert Menschen nahmen am Freitag teil an einem Protestmarsch, der vom Betriebsgelände auf den Marktplatz von Eitorf führte.

Mehrere hundert Menschen haben am Freitagnachmittag gegen die geplante Schließung des Eitorfer Werks des Autozulieferers ZF protestiert. Wie die IG Metall berichtete, zählte sie rund 450 Teilnehmer, die Schätzung der Polizei lag nur leicht darunter bei 400. Neben zahlreichen Beschäftigten, die am Vortag von den Schließungsplänen erfahren hatten, reihten sich den Angaben zufolge Angehörige in den Demonstrationszug ein.

„Die Kollegen sind geschockt und kampfbereit“, berichtete Thomas Welteroth, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Eitorfer Werks. Die Beschäftigten werfen der ZF-Konzernführung vor, nicht ausreichend Alternativpläne zu einer Stilllegung geprüft zu haben. Fast zwei Jahre lang waren Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Verhandlungen, wie das Werk zukunftsfest gemacht werden kann, das nach Angaben von ZF in den vergangenen Jahren rund 30 Millionen Euro Verlust eingefahren hat.

Politik zeigt Unverständnis über Schließungspläne

Auch die Politik zeigte Unverständnis über die Entscheidung des Managements: „Die Zeit bis 2025 muss jetzt genutzt werden, um gute Anschlusslösungen zu finden. Die Fachkräfte dürfen der Region nicht verloren gehen. Ich hoffe, dass sich in Zeiten von Fachkräftemangel neue Investoren finden, die mehr zu schätzen wissen, was ihnen der Standort und vor allem seine Beschäftigten bieten können“, erklärte die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker, die von „zahlreichen guten Vorschlägen der Belegschaft für die Zukunft des Standortes“ sprach.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion, Nina Droppelmann, kündigte an: „Zusammen mit dem Landrat und unserem Koalitionspartner CDU werden wir alles tun, um die drohende Schließung noch zu verhindern.“ Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann erklärte: „Ich fordere die Firmenleitung auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen. Wir brauchen einen konstruktiven Prozess zwischen Bund, Land, Gewerkschaften und Arbeitgeberseite mit dem klaren Ziel des Standorterhalts.“

ZF-Pressesprecher Florian Tausch sagte am Freitag, das Lösungskonzept des Betriebsrates enthalte lauter unrealistische Prämissen.