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Großes Interesse der Bonner Beschäftigten: Impfstart bei der Telekom

Großes Interesse der Bonner Beschäftigten : Impfstart bei der Telekom

Während bei der Telekom der betriebsärztliche Dienst BAD GmbH mit den Impfungen für die Beschäftigten loslegt, müssen 70.000 Beschäftigte in 20 Bundesbehörden noch auf einen Termin warten. Ein dafür vorgesehener Vertrag ist nicht zustande bekommen.

Gerrit Hamm saß am Mittwochvormittag entspannt im Impfzentrum der Deutschen Telekom am Landgrabenweg in Bonn. Er gehörte zu den ersten Telekom-Beschäftigten, die sich ihren Piks gegen Covid-19 bei der konzerneigenen Impfaktion abholten. Am Tag zuvor hatte er online den Termin gebucht: „Das verlief ganz reibungslos.“ Wo sonst im Forum Kulturveranstaltungen stattfinden, hat der Konzern Anmeldecounter, Warteräume und Impfstraßen eingerichtet. Den geringsten Platz nehmen die zwei Kühlschranke in Anspruch, in denen der begehrte Stoff gelagert wird.

Flexibilität ist bei den Impfungen durch die Betriebsärzte das Gebot der Stunde: „Wir erfahren immer sehr kurzfristig, wie viel Impfstoff wir erhalten“, berichtete Claus Goth, leitender Betriebsarzt bei der Bonner BAD GmbH und zuständig für die Region Köln/Bonn. Jeweils am Mittwoch werde bekannt, welche Impfstoffmenge für die darauf folgende Woche zur Verfügung stehe. Die BAD GmbH ist als betriebsärztlicher Dienst für die Telekom tätig und organisiert die bundesweite Impfkampagne. 18 eigene Zentren hat die Telekom bundesweit, 69 weitere BAD-Zentren können von Telekom-Mitarbeitern genutzt werden.

Logistische Herausforderung

„Das Interesse ist riesig“, erklärte Telekom-Personalvorständin Birgit Bohle. Interne Abfragen hätten eine Impfbereitschaft von 90 Prozent ergeben. „Über 10.000 Termine sind für die nächsten Tage bereits gebucht worden“, sagte die Managerin. Insgesamt sei es eine logistische Herausforderung, allen Beschäftigten ein Angebot zu unterbreiten. Bereits seit Jahresbeginn bereite sich das Unternehmen in einem Projektteam mit der BAD GmbH darauf vor. Sie gehe davon aus, dass es bis Ende August oder Mitte September dauern werde, bis alle impfwilligen Mitarbeiter einen Termin bekommen hätten.

Grundsätzlich habe die Telekom keine Priorisierung unter den Mitarbeitern bei der Terminvergabe gemacht: „Die Beschäftigten mit Kundenkontakt wie in den Shops oder im Kundenservice haben zwei Tage Vorsprung bei der Terminvergabe bekommen.“

Bundesbehörden warten

Noch länger müssen rund 70.000 Beschäftigte von 20 Bundesbehörden auf ein Impfangebot warten. Ein geplanter Vertrag zwischen dem Bundesinnenministerium und der BAD GmbH, einem der größten arbeitsmedizinischen Dienstleister in Europa, ist nicht zustande gekommen. Ein offener Punkt waren nach GA-Informationen Stornierungskosten, die anfallen, wenn Beschäftigte von der BAD GmbH angebotene Impftermine nicht wahrnehmen können.

„Es geht nicht darum, dass wir einzelnen Kunden kein Impfangebot machen wollen“, sagte BAD-Geschäftsführerin Ulrike Lüneburg, die zu einzelnen Vertragsverhältnissen nicht sagen wollte. Aber das Impfstoffangebot sei eben sehr knapp. Deshalb habe die BAD GmbH schon früh bei ihren Kunden abgefragt, wer ein Interesse habe. Hinter jedem Vertrag stünden aufwendige logistische Prozesse. Nicht mit jedem Kunden sei es zu einer Einigung über die Bedingungen gekommen.

Einzelne Impfungen auf dem Hardtberg

Das Bundesinnenministerium äußerte auf GA-Anfrage sich nur allgemein zu Fragen zum Vertrag: Es werde „sämtlichen Beschäftigten der unmittelbaren Bundesverwaltung zeitnah ein Impfangebot gemacht“. Der Personalrat des Innenministeriums wollte nichts sagen. Einzelne Mitarbeiter von Bundesbehörden sind über ihren Arbeitgeber bereits geimpft: Bislang habe eine „sehr begrenzte Anzahl“ der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einer Impfung aus dem Bundeskontingent profitieren können, sagte beispielsweise der Sprecher des Bundeskartellamtes Kay Weidner. Durchgeführt wurden die Impfungen durch die Bundeswehr auf dem Hardtberg.