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Köln/Bonn: Sparkasse schließt jede fünfte Filiale

17 Filialen in Bonn und Köln : Sparkasse Köln-Bonn schließt jede fünfte Filiale

Die Sparkasse Köln-Bonn schließt jede fünfte Filiale. In Köln und Bonn bedeutet das, dass 17 Banken schließen, in Zukunft soll es dort Selbstbedienungsterminals geben. Zwei Sparkassenbusse fahren zudem in Köln und Bonn neue Standorte an.

Die Sparkasse Köln-Bonn schließt 17 ihrer derzeit 82 Filialen in Köln und Bonn. Einem entsprechenden Programm des Vorstands hat der Verwaltungsrat des Instituts am Dienstag zugestimmt.Am Mittwoch wurden die Mitarbeiter informiert.

Aus elf Filialen in Köln und sechs in Bonn werden Selbstbedienungsstandorte. Außerdem wird an sechs Standorten in Köln und Bonn ein neuer Filialtyp erprobt. Hier empfängt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter die Kunden und bietet Unterstützung an Selbstbedienungsterminals oder bei einem Video-Chat. Über den Chat können die Kunden Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern in der Direktfiliale aufnehmen und so ein Konto eröffnen, einen Kredit aufzunehmen oder eine Baufinanzierung abzuschließen.

Die Präsenz vor Ort soll zu einem modernen Netz mit innovativen Produkten entwickelt werden, heißt es in einer Mitteilung. Der Hintergrund: Zum einen versuchen die Geldhäuser in der Niedrigzinsphase zu sparen. Es kommen aber auch Immer weniger Kunden in eine Filiale, um sich in Geldangelegenheiten beraten zu lassen. Im Bundesschnitt macht das ein Kunde nur noch einmal pro Jahr. Zweimal hingegen meldet er sich beim Call-Center und 24 Mal nutzt er Selbstbedienungseinrichtungen wie Geldautomaten. Die Zeiten haben sich halt deutlich geändert. Denn 120 Mal nutzen Kunden im Schnitt pro Jahr Internetfilialen und noch häufiger das Handy für Kontakte mit der Bank.

Diesen Trend spürt auch das Köln-Bonner Institut. Da gebe es Filialen mit Beratern, zu denen nur selten ein Kunde komme, heißt es. Deshalb werde die Beratungsleistung konzentriert. Die Mitarbeiter der 17 Filialen, die zu Selbstbedienungsstandorten werden, wechseln in eine benachbarte Filiale oder in die Direktfilialen, die das Institut bereits in Köln und Bonn betreibt. Hier wird so die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt, die Kunden per Telefon oder Text- sowie Video-Chat beraten. Das Telefonbanking hier werde auch ausgebaut, und auch etwa eine mehrsprachige Beratung.

Mitarbeiter sollen Jobs behalten

Ihre Jobs verlören die Mitarbeiter nicht, betont Sparkassenchef Ulrich Voigt. Es bleibe bei dem seit Jahren laufenden Stellenabbauprogramm, bei dem frei werdende Stellen nicht unbedingt wieder besetzt werden. Andererseits stelle das Institut aber Mitarbeiter ein mit neuen Qualifikationen für das digitale Banking.

Ausgebaut werden soll auch der Bargeld-Bring-Service. Es könnte etwa einen Ausfüll- und Abholservice geben. Dieses Angebot richtet sich vor allem an ältere Kunden wie auch die neue mobile Filiale. Die Sparkasse Köln-Bonn schafft zwei Busse an, in denen fast die gleichen Bankgeschäfte möglich sind wie in stationären Filialen – vom Geldabheben bis zur persönlichen Beratung. Die Busse könnten etwa Wochenmärkte anfahren. Sie haben einen Stromgenerator an Bord und eine Verbindung mit dem Internet. Geeignete Standorte sollen mit den Stadtverwaltungen in Köln und Bonn ermittelt werden. Dann werden auch die Fahrpläne festgezurrt. Um Kunden mit den neuen digitalen Angeboten vertraut zu machen, bietet die Sparkasse in ihren Filialen Schulungen an.

„Wir ziehen uns nicht aus der Fläche zurück“, betont Voigt. Die Sparkasse bleibe an allen Standorten vertreten. Ein Umzug in ein geeignetes anderes Gebäude in dem Stadtteil ist freilich möglich an den Standorten, wo das Institut deutlich weniger Platz braucht, weil aus einer Filiale ein Selbstbedienungsstandort wird. Umgesetzt werden soll die Maßnahme ab dem kommenden Jahr, der Schwerpunkt der Modernisierung liege aber in 2021.

Künftig unterhält die Sparkasse Köln-Bonn dann 44 Filialdirektionen und Filialen in Köln und 15 in Bonn. Dazu kommen die insgesamt sechs Filialen neuen Typs und 85 Selbstbedienungsstandorte in Köln und 39 in Bonn. Auch nach dem Umbau verfüge das Institut über das dichteste Filialnetz aller Kreditinstitute in beiden Städten, so Privatkundenvorstand Volker Schramm.