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Landgericht Bonn: Urteil im Cum-Ex-Verfahren - Haftstrafe

Urteil im Cum-Ex-Verfahren : Cum-Ex: Landgericht Bonn verurteilt Ex-Manager zu Haftstrafe

Das Bonner Landgericht hat am Dienstag im zweiten Cum-Ex-Verfahren wegen Steuerhinterziehung einen Ex-Manager der Warburg-Bank zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt.

Im zweiten Cum-Ex-Verfahren vor dem Bonner Landgericht ist der Angeklagte am Dienstagabend zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die 12. Große Strafkammer sprach den früheren Manager der Hamburger Privatbank Warburg der Steuerhinterziehung in fünf Fällen für schuldig. Außerdem sollen Taterträge von 100.000 Euro eingezogen werden, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre Haft gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer zehn Jahre Haft gefordert. Sie warf dem zu Verhandlungsbeginn 77-jährigen Angeklagten, der die rechte Hand von Warburg-Mitinhaber Christian Olearius war, Steuerhinterziehung in 13 Fällen aus den Jahren 2006 bis 2013 vor. Den Gesamtschaden bezifferte sie mit 325 Millionen Euro.

Bei Cum-Ex geht es um Aktiengeschäfte mit (cum) und ohne (ex) Dividende, für die sich die Beteiligten die Steuer mehrfach zurückerstatten ließen. Bundesweit gibt es mehr als 1000 Beschuldigte. Im März 2020 waren im ersten Cum-Ex-Prozess zwei britische Hedgefonds-Manager verurteilt worden. Als Kronzeugen kamen sie allerdings mit Bewährungsstrafen davon. Noch im Laufe des Juni wird der Bundesgerichtshof sich mit dem Fall in einem Revisionsverfahren befassen. Mitte des Monats beginnt zudem ein dritter Cum-Ex-Prozess in Bonn.