Maschinenbauer aus Niederkassel Lemo entwickelt Maschinen zur Herstellung von Masken

Niederkassel · Der Niederkasseler Maschinenbauer Lemo entwickelt Anlagen zur Herstellung von Schutzmasken. Was zunächst mit der Vorstellung eines Prototypen begonnen hatte, entwickelte sich im Laufe der vergangenen Wochen zu einem echten Verkaufsschlager.

 500 Masken pro Minute kann die Maschine herstellen. Lemo-Geschäftsführer Willi Fenninger (rechts) und Anwendungstechniker Peter Hink  vor der Produktionsanlage.

500 Masken pro Minute kann die Maschine herstellen. Lemo-Geschäftsführer Willi Fenninger (rechts) und Anwendungstechniker Peter Hink  vor der Produktionsanlage.

Foto: Lemo

Bernd Schlarp und Willi Fenninger sind es gewohnt, Ideen schnell und eigenverantwortlich umzusetzen. Die beiden Chefs der Maschinenbaufirma Lemo mit Sitz im Niederkasseler Stadtteil Mondorf wollten sich nicht damit abfinden, dass es zeitweilig zu wenig Gesichtsmasken zum Schutz vor dem Coronavirus gab. Kurzerhand entwickelten die beiden Geschäftsführer eine Maschine zur Herstellung mehrlagiger Kunststoffmasken.

500 Masken schafft die Anlage pro Minute. Durch die mehrlagigen Vliesstoffe erfüllen die Masken laut Lemo den sogenannten FFP2-Standard. Damit schützt der Träger nicht nur sein Gegenüber, sondern auch sich selbst. Besonderes Merkmal des Mund-Nasen-Schutzes ist seine hundertprozentige Wiederverwertbarkeit. Der gesamte Herstellungsprozess läuft vollautomatisch unter speziellen hygienischen Bedingungen ab, sodass niemand die Masken zusätzlich anfassen muss.

Was zunächst mit der Vorstellung eines Prototypen begonnen hatte, entwickelte sich im Laufe der vergangenen Wochen zu einem echten Verkaufsschlager. „Zwölf Anlagen haben wir bereits verkauft, vier weitere sind reserviert“, berichtet Schlarp. Die Kunden der Niederkasseler sitzen nicht etwa alle im eigenen Land. Besonders groß ist die Nachfrage aus dem Ausland. Jüngst war eine Delegation aus Brasilien in den Produktionshallen, um sich anzuschauen, was sie anschließend bestellte. Schlarp: „Der Besuch konnte dank schneller und unbürokratischer Unterstützung des Ministeriums trotz Corona-Reisebeschränkungen realisiert werden.“ Rund 900 000 Euro kostet eine Anlage, je nach Ausstattung. Schlarp ist sich sicher: „Diese Maschinen werden bald eine signifikante Umsatzgröße ausmachen.“

Üblicherweise bauen die Niederkasseler individuelle Folienverpackungsmaschinen und erwirtschaften mit rund 200 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 40 Millionen Euro. 85 Prozent der Maschinen aus Niederkassel werden ins Ausland geliefert. Gegründet wurde Lemo 1949 als Gravieranstalt und Apparatebau von Michael Lehmacher. In den 1950er Jahren wurden bei Lemo Folienbeutel auf selbst entwickelten halbautomatischen Schweißeinrichtungen konfektioniert. In den 1960er Jahren galt die Firma als erster Hersteller von automatischen Schweißmaschinen für Tragetaschen.

Den Säcken, Beuteln und Folien blieb man treu, die Maschinen wurden moderner. Mittlerweile stehen Tausende Maschinen aus Niederkassel in weltweit mehr als 50 Ländern. Obwohl Lemo die Masken am Standort nur testweise und zu Demonstrationszwecken herstellt, finden sie später einen sinnvollen Einsatz und wandern nicht etwa in den Abfallcontainer. Jeder, der möchte, kann sich die Masken zum Selbstkostenpreis bei Lemo kaufen. Caritative Einrichtungen, aber auch Schulen und Kindergärten erhalten die Masken umsonst. Schlarp: „Wer Bedarf hat, kann sich bei uns melden.“

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