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Käufer gesucht: Maschinenbauer B+R aus Oberpleis meldet Insolvenz an

Käufer gesucht : Maschinenbauer B+R aus Oberpleis meldet Insolvenz an

Der Oberpleiser Maschinenbauer B+R hat Insolvenz angemeldet. Nun wird ein Käufer gesucht, der Betrieb kann währenddessen weiterlaufen.

Die Oberpleiser B+R Maschinenbau GmbH sucht einen Käufer, der das Unternehmen mit 63 Mitarbeitern aus der Pleite rettet. Nach Angaben des Insolvenzverwalters stehen die Chancen darauf gut: „Die Suche nach einem geeigneten Investor wird unter Hochdruck vorangetrieben“, teilte Insolvenzverwalter Alexander Jüchser aus der Koblenzer Kanzlei Lieser am Freitag mit. Er sei davon überzeugt, dass es im Markt Interessenten für B+R gebe. Die Unternehmensberatung MPower mit Sitz in Stuttgart und in Siegen sei mit der Suche beauftragt.

Der Maschinenbauer hatte Anfang Mai beim Amtsgericht Bonn Insolvenzantrag gestellt. Zur Schieflage hätten zum einen Startprobleme beim neuen Geschäftszweig Automatisierungslösungen für die Verpackungsindustrie geführt, teilte der Insolvenzverwalter mit. Zum anderen habe die Umorientierung der Automobilindustrie vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität die Nachfrage geschwächt, hieß es weiter. Das Oberpleiser Unternehmen baut unter anderem Maschinen für die Herstellung von Kunststofftanks für konventionell angetriebene Fahrzeuge.

Der Mittelständler mit zuletzt rund 7,5 Millionen Euro Jahresumsatz bietet Sondermaschinen und Automatisierungslösungen für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer an. Das Unternehmen wurde 1977 von Heribert Bellinghausen und Willi Ringen gegründet. Heute liefert B+R aus dem Industriegebiet am Ortsrand von Oberpleis in alle Welt. Zuletzt hat der Mittelständler ein Tochterunternehmen in Thailand und Vertriebspartnerschaften in Nordamerika ins Leben gerufen. Seit 2015 besteht eine Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Axium, das sich ebenfalls auf Automatisierungslösungen spezialisiert hat.

Die Produktion in Oberpleis läuft nach dem Insolvenzantrag weiter. „Mein Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und fortzuführen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, teilte Insolvenzverwalter Jüchser mit. Bis einschließlich Juni sei die Bezahlung der Mitarbeiter durch das Insolvenzgeld gesichert.