Meckenheimer Mosaic will bis 2006 die Gewinnwende schaffen

Schließung von Tochtergesellschaft bringt Millionenverluste - Vorstand plant weitere Kostensenkung

Meckenheim. Mit der Konzentration auf ihr Kerngeschäft, Software für Handelsunternehmen und Industrie, will die Meckenheimer Mosaic Software AG bis 2006 den Weg aus den roten Zahlen finden. "Wir ernähren uns mühselig, aber es gibt Wachstum", sagte Vorstandsmitglied Fosi Audi am Donnerstag. Für das laufende Jahr rechnet der Sohn von Unternehmensgründer und Vorstandschef Assem Audi allerdings noch mit einem Fehlbetrag und weiter schrumpfendem Umsatz.

Vor allem die Trennung des Softwarehauses von seiner Sparte für Banken-Programme hatte 2004 tiefe Löcher in die Bilanz gerissen. Mit einem Minus von mehr als 14 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag der Verlust noch über dem Umsatz von 10,6 Millionen Euro ( der GA berichtete).

Mosaic hatte im vergangenen Jahr die Konzerntochter Geva aus Alsdorf bei Aachen geschlossen, nachdem Aufträge für die dort erstellte Bankensoftware ausblieben. Fosi Audi: "Es gibt nur wenige Bankengruppen, die als Kunden in Frage kommen und dann haben wir auch noch einen erwarteten Großauftrag nicht erhalten." Die Schließung von Geva habe Mosaic durch Umsatzausfälle und Kosten für den Sozialplan belastet. Den Fortbestand des Unternehmens sieht der Vorstand jedoch nicht gefährdet: "Wir verfügen über rund sechs Millionen Euro liquide Mittel."

Fosi Audi will den Weg zurück in die schwarzen Zahlen zum einen über Vertriebspartner finden, die den Einsatz der Computerprogramme aus Meckenheim in ihre eigenen Angebote integrieren. Sechs Partnerschaften habe Mosaic seit Jahresanfang abgeschlossen, sagte der Vorstand. Zum anderen setze das Unternehmen auf Geschäfte im Ausland. In der Schweiz vernetze Mosaic bereits Handelsunternehmen wie Coop und Spar. Weitere Chancen sieht Audi in Holland und Spanien.

Kerngeschäft von Mosaic sind Programme, die den Geschäftsverkehr zwischen großen Handelsgruppen wie Metro oder Edeka und ihren vielzähligen Lieferanten vereinfachen. Dabei werden etwa Rechnungen und Lieferscheine elektronisch übertragen, so dass die Bearbeitung per Hand entfällt. 60 Handelsorganisationen zählt Audi zu den Kunden des Unternehmens.

Mosaic beschäftigte Ende vergangenen Jahres 102 Mitarbeiter. Vor der Trennung von Geva waren es noch mehr als 200. Weiteren Stellenabbau konnte Audi nicht ausschließen: "Wir müssen weiter unsere Kosten senken."

Entstanden ist die Meckenheimer Softwarefirma 1996 als Abspaltung eines Handelsunternehmens für Baumaschinen von Assem Audi. Der Unternehmer hatte Software für seine eigenen Exportgeschäfte entwickelt und bemerkt, dass für diese Programme eine Nachfrage bestand. 1999 ging die Mosaic an die Börse, im Gründer- und Technologiesegment Neuer Markt. Heute hält die Familie Audi 75 Prozent der Anteile, die restlichen Aktien befinden sich nach Unternehmensangaben im Streubesitz.

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