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Motorradmesse Intermot in Köln gestartet

Motorradmesse Intermot in Köln gestartet

Branche freut sich über steigende Nachfrage nach mittelgroßen Maschinen - Insgesamt kaum Wachstum - Sprit-Sparer steigen auf den Roller um

Köln. Der teure Sprit kommt der Motorradbranche zumindest nicht ganz ungelegen: Die Nachfrage nach Motorrollern mit mehr als 125 Kubikzentimetern Hubraum ist in Deutschland seit Jahresanfang um knapp 50 Prozent gestiegen. "Viele Autofahrer wollen Benzin sparen und entscheiden sich statt für den Zweitwagen für einen Roller", sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrie-Verbands Motorrad, Reiner Brendicke, am Montag vor Beginn der Zweirad-Messe Intermot in Köln.

Insgesamt läuft das Geschäft mit den Zweirädern jedoch eher mau. Über ein minimales Wachstum von 0,46 Prozent bei den Motorradzulassungen von Januar bis September zeigte sich der Verbands-Geschäftsführer bereits "erfreut". Denn damit endet vorerst eine jahrelange Serie von Verkaufs-Rückgängen. Das Plus werde auch für mehr Umsatz sorgen, so Brendicke. Genaue Zahlen wollte er allerdings nicht nennen. 2007 habe die Motorradbranche in Deutschland rund sieben Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Preise wollen die Hersteller nach eigenen Angaben stabil halten.

Deutschland gilt nach Verbandsangaben als wichtiger Markt für die "big bikes", die größeren Maschinen. Schließlich sei der typische Motorradfahrer mittlerweile kein junger Erwachsener mehr, sondern Anfang 40, so Brendicke. "Diese Käufergruppe kann mehr ausgeben." Bei der teuersten Maschine auf der Messe, einer "Gunbus" für 235 000 Euro (siehe Foto), dürfte der Kreis der möglichen Kunden allerdings begrenzt sein. Einsteigermodelle werden in Köln ab etwa 1 100 Euro ausgestellt. Außerdem zeigen die Hersteller alternative Antriebsformen, etwa in Elektro-Motorrädern. Am Sonntag feiern die Biker im Dom einen "ökumenischen Motorrad-Gottesdienst".