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Preise der IHK Bonn/Rhein-Sieg: Nachhaltige Unternehmen der Region ausgezeichnet

Preise der IHK Bonn/Rhein-Sieg : Nachhaltige Unternehmen der Region ausgezeichnet

Industrieproduktion ohne Emissionen und Vertrieb mit dem Lastenfahrrad: Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg hat Unternehmen der Region mit nachhaltigen Ideen ausgezeichnet. Das sind die vier Gewinner.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg hat am Wochenende Unternehmen der Region mit nachhaltigen Ideen ausgezeichnet. „Es ist einfach toll, wenn man sieht, welche Innovationskraft in den Menschen steckt und wie viele tolle neue Ideen da sind“, sagte Stefan Hagen, Präsident der IHK Bonn/Rhein-Sieg beim Gründungs-Camp, das am Samstag sowohl vor Ort als auch virtuell stattfand. Vor Beginn des Camps wurde der Nachhaltigkeitspreis in vier Kategorien verliehen: Soziales, Ökologie, Ökonomie und Gesamtleistung.

Die Idee von kleinen Gärten für die Fensterbank überzeugte am meisten: Das Unternehmen Tiny Greens gewann in der Kategorie Gesamtleistung, die die Aspekte „Soziales“, „Ökologie“ und „Ökonomie“ vereint. Die zwei Unternehmerinnen Janina Birkheuser und Julia Holfeld verkaufen sogenannte Microgreens, die Interessierte selbst auf der Fensterbank anbauen können. Ein Beispiel für die kleinen essbaren Pflänzchen ist Kresse. Die Unternehmerinnen bieten allerdings noch zahlreiche weitere Sorten an, unter anderem Rotkohl, Radieschen und Chicorée. Tiny Greens verzichtet bei der Produktion auf Plastik und bezeichnet das Gärtnern selbst als „nachhaltige Form des Urban gardenings“.

Nachhaltiger Inklusionsbetrieb

Den Preis in der Kategorie „Soziales“ vergab die IHK an das Restaurant Godesburger. In diesem Inklusionsbetrieb arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. „Die Nachhaltigkeit unseres Betriebes liegt insbesondere in der sozialen Nachhaltigkeit. Bei uns gibt es rund zwölf Arbeitsplätze, von denen sieben von Menschen mit Behinderung besetzt sind“, sagt Wolfgang Pütz, Geschäftsführer des Restaurants. Als nachhaltig bezeichnete das Unternehmen auch seine regionalen Produkte und die ökologischen Verpackungen.

Industrieproduktion ohne Emissionen

Das mittelständische Familienunternehmen Pro Trockeneis zeigt, wie eine Industrieproduktion klima- und umweltgerecht funktionieren kann. „Wir veredeln CO2 zu Kälteenergie in Form von Trockeneis“, erklärte der Geschäftsführer Werner Böhm. Die Firma erhielt den Preis in der Kategorie „Ökologie“. Sie plant eine Photovoltaikanlage für die Stromversorgung und Lieferfahrzeuge mit elektrischem Antrieb. „Ziel ist eine Null-Emissionen-Industrieproduktion“, so Böhm.

Transparenz für die Kunden

Der Preis „Ökonomie“ ging an das Unternehmen Himmel un Ääd aus Bonn. „Wir vertreiben Biolebensmittel aus der Region und liefern sie dann mit Lastenrädern an unsere Kundinnen und Kunden in Köln und Bonn“, erklärte Paul Schwarzelühr. Die Nachhaltigkeit des Unternehmens zeichnet sich durch den Verzicht auf Pestizide und kurze Lieferwege aus, die mit Lastenrädern überwunden werden. Gegenüber den Kunden wolle das Unternehmen ebenfalls nachhaltig agieren. Dafür setzt es vor allem auf Transparenz: Es veröffentlicht regelmäßig einen Bericht mit den Unternehmenszahlen sowie Zahlen zu den ökologischen Auswirkungen des Betriebs.

„Ich danke den Unternehmen im Namen der Stadt Bonn für ihr nachhaltiges Agieren und hoffe auf viele nachhaltige Nachahmer“, sagte Ursula Sautter, Bürgermeisterin der Stadt Bonn, zu den preisgekrönten Firmen der Region.