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Kommentar zu den Schließungen bei der Sparkasse: Neue Wege gefragt

Kommentar zu den Schließungen bei der Sparkasse : Neue Wege gefragt

Die Geldhäuser stehen unter Kostendruck und müssen sparen. Das gilt auch für die Sparkassen. Von daher ist nachvollziehbar, dass auch sie nun verstärkt an die Schließung von Filialen gehen. Begründet wird das mit dem veränderten Kundenverhalten und mit der Niedrigzinsphase, in der das Einlagengeschäft kaum noch Gewinn abwirft.

Sparkassen aber kommt grundsätzlich eine besondere Aufgabe in der sogenannten Grundversorgung mit Finanzdienstleistungen zu. Dazu gehört auch das Filialgeschäft – allerdings muss es sich rechnen. Doch wie man das so betreibt, dass es sich rechnet, wie man die Kundeninteressen dabei auch ausreichend im Blick behält, da lassen viele Sparkassendirektoren offenbar noch etwas an Phantasie vermissen.

Es kommt zwar stark auf die Region an, in der eine Sparkasse ihr Geschäft betreibt. Vor allem in städtischen Ballungsräumen gibt es überdurchschnittlich viele Bankfilialen, die Marge ist also pro Filiale nicht sehr hoch. Während sich etwa in strukturschwachen ländlichen Räumen im Südwesten Sparkassenchefs beim Geldverdienen noch immer nicht sonderlich anstrengen müssen, sieht das eben in größeren Städten anders aus.

Die Sparkassenchefs dürfen aber bei der Sanierung die Interessen der Kunden nicht aus dem Blick verlieren. Die sind zur Abwicklung bestimmter Geschäfte immer noch auf Filialen angewiesen. Den menschlichen Kontakt weiter zu ermöglichen, indem man neue Wege beschreitet, etwa mehrere Filialen mit einem Team betreut oder individuelle Mitfahrmöglichkeiten fördert, das wäre Arbeit am und mit dem Kunden. Der wird es seiner Filiale und seinem Kreditinstitut danken. Und das ist doch die beste Werbung für eine Bank.