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Kommentar: Nie mehr zu schnell

Kommentar : Nie mehr zu schnell

Eine Neuregelung der EU könnte dafür sorgen, dass sich die Debatte um eine Einführung von Tempolimits in Deutschland erübrigt

Der Schrei der Empörung fiel vor drei Jahren eher verhalten aus. Wieder einmal hatten viele nicht hingehört, als die Experten für Verkehrssicherheit der EU-Kommission die nächste Runde im Kampf gegen Raser eröffneten. Passiver Schutz in unseren Fahrzeugen ist ja gut und schön, viel wichtiger aber wäre es, schwere Unfälle generell zu verhindern. Die Fahrer scheinen dazu nicht in der Lage, moderne Technik kann helfen. Als die Brüsseler Kommission und das EU-Parlament darüber diskutierten, ging es vor allem darum, Zwangsbremsungen zu verhindern. Die machen ein Auto nämlich wirklich nicht sicherer.

Inzwischen sind die Arbeiten vorangeschritten, haben vernünftige Lösungen erbracht, so dass kaum ein ernsthaftes Argument gegen die neueste Generation der Assistenzsysteme im Auto übrig geblieben ist. Es sei denn, jemand glaubt noch immer, der Grad der bürgerlichen Freiheit lasse sich an einem Tacho ablesen. Die bittere Bilanz der Unfallstatistiken zeigen vor allem eines: Wer (zu) schnell fährt, ist selten in der Lage, einen Zwischenfall zu beherrschen. Die Technik scheint klüger.

Es stimmt: Die individuellen Verkehrssituationen machen es nötig, Assistenzsysteme auch abschalten zu können. Aber wer verstanden hat, dass Autos nicht für den maximalen Geschwindigkeitsrausch gemacht werden, sondern um sicher von A nach B zu kommen, der wird auch so klug sein, die elektronischen Hilfen anschließend wieder einzuschalten.