Kommentar zum Bürgergeld Nur wenige Leistungsberechtigte in Bonn sind „Totalverweigerer“

Meinung | Bonn · Über Kürzungen für „Totalverweigerer“ beim Bürgergeld wird derzeit viel diskutiert. Dabei müsste es erst einmal eine bessere Studienlage geben, bevor alle Regeln über den Haufen geworfen werden, findet unsere Autorin. Die Zahlen für Bonn zeichnen ein differenziertes Bild.

 Das Bürgergeld kann online beantragt werden.

Das Bürgergeld kann online beantragt werden.

Foto: picture alliance/dpa/Carsten Koall

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) finden zahlreiche Mitarbeitende in NRW-Jobcentern, dass die Bürgergeld-Regeln Leistungsberechtigte nicht ausreichend motivieren, sich Arbeit zu suchen. Doch es bedarf einer Einordnung: Die Ergebnisse der Studie sind nicht repräsentativ und selbst das DIW hat eingeräumt, dass die negative Bewertung des Bürgergeldes auch mit der „zunehmend aufgeladenen Stimmung gegen Bürgergeldbeziehende“ im Zusammenhang stehen könnte. Und generell ist zu bedenken: Neue Verfahren und Regeln werden in Unternehmen und Behörden (hier in Jobcentern) wohl eher erst einmal kritisch gesehen.