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Hauptversammlung der Deutschen Post DHL: Post-Dividende nicht mehr steuerfrei

Hauptversammlung der Deutschen Post DHL : Post-Dividende nicht mehr steuerfrei

Die Dividende der Deutschen Post ist in diesem Jahr erstmals nicht mehr steuerfrei. Das sagte Post-Vorstandschef Frank Appel am Donnerstag auf der virtuellen Hauptversammlung seines Konzerns auf die Frage eines Aktionärs.

Die Dividende wird nach Abzug von Kapitalertragssteuer und Solidaritätszuschlag am 11. Mai ausgezahlt. Wie Appel erläuterte, hänge das damit zusammen, dass die Dividende in diesem Jahr allein aus dem Gewinn gezahlt werde und nicht aus dem steuerlichen Einlagenkonto. Bei Zahlungen aus dem steuerlichen Einlagenkonto fließen Einlagen der Gesellschafter an die Aktionäre zurück.

Beim Verkauf der Aktien unterliegt die Dividende nachträglich der Abgeltungssteuer, wenn der Verkauf mit einem Kursgewinn erfolgt. Sollte die Aktie mit einem Verlust verkauft werden, wird die Dividende gegen den Verlust gerechnet und ist dadurch steuerfrei. In diesem Jahr zahlt die Post eine Dividende von 1,35 Euro je Aktie, im Vorjahr waren es 1,15 Euro.

Virtuell günstiger

Der virtuellen Hauptversammlung folgten in der Spitze 893 Aktionäre am Bildschirm. Finanzvorständin Melanie Kreis bezifferte die Kosten für die Veranstaltung auf 1,1 Millionen Euro. Eine virtuelle Hauptversammlung sei wesentlich günstiger als ein physisches Aktionärstreffen, das zwei Millionen Euro koste.

Die Aktionäre stimmten am Donnerstag einem neuen Vergütungssystem für den Vorstand der Post zu, das die Höhe der Vergütung stärker mit der nachhaltigen Unternehmensentwicklung verknüpft. Künftig soll die Erreichung der Ziele für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bei der Berechnung herangezogen werden. Ab nächstem Jahr werden 30 Prozent des Jahresbonus an die Ziele koppelt.

Vorstandsvergütung an Nachhaltigkeit gekoppelt

Viele Aktionäre interessierten sich für die Nachhaltigkeitsziele des Konzerns. „Seit Jahren sind wir beim Klimaschutz Pioniere in der Logistik“, betonte Appel. Im Luftverkehr will die Post auf Treibstoffe aus nachhaltigen Rohstoffen und erneuerbaren Energien setzen. „Mindestens 30 Prozent des Bedarfs möchten wir durch nachhaltige Kraftstoffe decken. Und zwar in der Luftfracht und im Fernverkehr, so der Vorstandschef. Darüber hinaus investiere der Konzern in umweltfreundliche Immobilien. Alle neuen Gebäude sollen klimaneutral sein. Bei vorhandenen Gebäuden sei die Post oft Mieter, da könne das Unternehmen nur begrenzt Einfluss ausüben. Appel betonte, dass die Post auch bei Subunternehmern darauf achten werde, dass diese die Klimaziele erfüllten.

Ein anderes Thema war das Briefgeschäft: „Der Paketboom überdeckt derzeit das sinkende Briefgeschäft“, meinte Winfried Mathes von Deka Investment. Angesichts des sinkenden Briefvolumens stelle sich die Frage, wie das Verteilungsnetz aufrechterhalten werden kann, ohne die Ertragsrechnung weiter zu belasten. „Eine weitere Portoerhöhung erscheint ab 2022 unumgänglich“, so der Aktionärsvertreter. Appel sagte, dass die Post ein höheres Briefporto ab 2022 beantragen werde: „Wenn man sinkende Mengen hat, hat man natürlich steigende Kosten pro Sendung.“ Über den Antrag entscheide letztlich die Bundesnetzagentur. Der Preis eines Standardbriefs in Deutschland liege mit 80 Cent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 1,16 Euro.

Künftig soll bei der Post der Anteil weiblicher Führungskräfte weiter steigen: Von heute 23 Prozent auf mindestens 30 Prozent bis 2025.