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Bonner Konzern: Post liefert mehr als eine Milliarde Pakete

Bonner Konzern : Post liefert mehr als eine Milliarde Pakete

Die Zuwächse bei Amazon, Zalando und anderen Internet-Händlern machen es möglich: "Wir haben erstmals in einem Jahr mehr als eine Milliarde Pakete ausgeliefert", berichtete Postchef Frank Appel am Mittwoch bei der Bilanzvorlage im Bonner Posttower.

Das brummende Paketgeschäft, Portoerhöhungen sowie niedrige Steuern bescherten dem Bonner Konzern mit 2,1 Milliarden Euro eines der besten Jahresergebnisse.

Doch das Zahlenwerk der Post zeigt auch, dass der Erfolg kein Selbstläufer ist. Das Geschäft in Deutschland glänzt zwar, auf einigen Auslandsmärkten aber fehlt die Dynamik, vereinzelt fallen die Bonner sogar im Wettbewerb zurück. Im wichtigen weltweiten Frachtgeschäft, der mit 14,8 Milliarden Euro Umsatz größten Sparte der Bonner, gingen die Erlöse um mehr als fünf und der Gewinn um sechs Prozent zurück.

Vor allem bei Luftfracht sei die Post "überproportional" betroffen gewesen, räumte Roger Crook, der im Vorstand dieses Geschäftsfeld verantwortet, ein. "Angesichts fehlender signifikanter Wachstumsimpulse in der Weltwirtschaft werden wir weiter hart an uns arbeiten, um unsere Ziele im Jahr 2015 zu erreichen", verdeutlichte Appel die Herausforderung.

Auch wenn vor allem wegen der Bundestagswahl und der Sepa-Umstellung 2013 mehr Briefe verschickt wurden als im Vorjahr und zusätzlich die Portoerhöhung einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in die Kasse spülte: Mittelfristig rechnet Postchef Appel nach wie vor damit, dass die Briefmengen Jahr für Jahr um rund zwei Prozent sinken.

Neue Geschäfte sollen die zu erwartenden Einbußen kompensieren: E-Postbrief, ADAC-Postbus, Packstationen, Paketkästen bis hin zu Experimenten mit der Warenzustellung per Drohne - an Ideen mangelt es den Bonnern nicht. Erfolg wird wahrscheinlich nicht alles haben. Bewährt sind die Packstationen, jetzt will die Post den Bürgern neben dem Briefkasten den eigenen Paketkasten im Vorgarten schmackhaft machen.

"Ab etwa 100 Euro", schätzt Post-Vorstand Jürgen Gerdes, könnte eine solche Box kosten, in die der Bote rund um die Uhr Pakete abliefert, in die aber auch beispielsweise Retouren zur Abholung gelegt werden können - abzuholen allerdings ausschließlich von der Deutschen Post.

Die ADAC-Postbusse, noch bis Juni in der Pilotphase, sind nach Angaben von Gerdes gut angelaufen. 60 Busse verbinden 30 Städte auf neun Linien, 91 Prozent seien pünktlich, das heißt, nicht mehr als eine Viertelstunde verspätet. Ob der mit dreistelligen Millioneninvestitionen lancierte E-Postbrief ein Erfolg wird, erscheint angesichts der jüngsten Initiative der Wettbewerber GMX und Web.de, die das Konkurrenzprodukt De-Mail jetzt unbegrenzt kostenlos anbieten, wieder zweifelhaft. Gerdes verweist auf 100 Millionen Euro Umsatz, die die Post mit dem E-Postbrief im vergangenen Jahr erwirtschaftet habe.

Für das laufende Jahr erwartet die Post ein leicht verbessertes Vorsteuerergebnis zwischen 2,9 und 3,1 Milliarden Euro. Die Konzernzentrale soll sparen und mindestens 20 Millionen Euro weniger Verlust machen. "Das wird aber nicht zu Personalabbau führen", stellte Appel klar.