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Bonner Konzern liefert weltweit: Post transportiert mehr Covid-Impfdosen

Bonner Konzern liefert weltweit : Post transportiert mehr Covid-Impfdosen

Die Deutsche Post DHL Group hat bisher weltweit 174 Millionen Impfdosen transportiert. Finanzvorständin Melanie Kreis sieht derzeit ein „deutliches Hochlaufen in den Mengen, die wir transportieren“.

Melanie Kreis geht davon aus, dass der Transport von Impfdosen auch in Zukunft ein Geschäft für den Konzern bleiben wird, denn voraussichtlich seien wie bei der Grippeimpfung ja regelmäßig Auffrischungsimpfungen notwendig. Die 120 Staaten, in die bislang Impfdosen transportiert wurden, seien breit gefächert. Wirtschaftlich habe die Auslieferung der Impfdosen beim großen Wachstum des Konzerns in den ersten drei Monaten dieses Jahres keine große Rolle gespielt. Die Logistik-Konzerne spielen aber ihrerseits eine wichtige Rolle bei der Verteilung der Corona-Impfstoffe.

Während der weltweit größte Logistikkonzern seine Sendungen weltweit in mehr als 220 Staaten und Territorien ausliefert, von denen etliche als politisch eher unsicher gelten, spart die Post ein Viertel in Deutschland derzeit aus: In einer Straße in Duisburg-Rheinhausen stellt die Deutsche Post seit Februar keine Briefe und Pakete mehr zu.

Probleme mit Anwohnern

Die Situation der Zusteller sei durch das Verhalten der Anwohner, die meistens keine Masken trügen und auch die Abstandsregeln missachteten, nicht hinnehmbar, so die Post. Seit Beginn der Pandemie seien die Transporter der Zusteller immer wieder von den Anwohnern umringt worden.Nach Ortsbesuchen mit Streetworkern und Dolmetschern im vergangenen Jahr habe sich die Situation nicht gebessert. Derzeit müssen sich die Bewohner der Straße ihre Post in einer Filiale abholen. „Diese Situation ist aber ein wirklicher Einzelfall“, versicherte Kreis. Andere Straßen gebe es nicht. Aber in diesem Fall müsse die Post die Gesundheit ihrer Zusteller schützen.

Stärkstes Auftaktquartal aller Zeiten

Der Logistikkonzern hat im ersten Quartal deutlich zugelegt. „Es war mit Abstand unser stärkstes Auftaktquartal aller Zeiten“, sagte Kreis. Der Konzern steigerte seinen Umsatz deutlich um 22 Prozent auf 18,9 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdreifachte sich auf mehr als 1,9 Milliarden Euro und markierte damit das stärkste Auftaktquartal aller Zeiten für den Konzern. Der Konzern konnte die im April veröffentlichten vorläufigen Quartalszahlen sogar noch leicht übertreffen. Unter dem Strich vervierfachte die Post den Gewinn auf rund 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 301 Millionen Euro). Der Konzern profitierte von der anhaltend starken Dynamik im weltweiten E-Commerce während der Pandemie und der gleichzeitigen Erholung des Welthandels. Die Sendungsmengen im Paketgeschäft in Deutschland sind infolge des Lockdowns um 41,3 Prozent gewachsen.

Vor dem Hintergrund der guten Ergebnisentwicklung hat die Deutsche Post DHL Group ihre Prognose erhöht: Für 2021 erwartet der Konzern ein Ebit von mehr als 6,7 Milliarden Euro und einen Free Cashflow von mehr als drei Milliarden Euro. Für 2023 prognostiziert das Unternehmen ein Ebit von mehr als sieben Milliarden Euro.

Der Boom bei den Onlinebestellungen wird nach Ansicht von Kreis mit dem Abflauen der Pandemie auch etwas zurückgehen. „Wir gehen davon aus, dass es bei den Wachstumsraten im Verlauf des Jahres 2021 eine Normalisierung geben wird, das ist völlig klar“, sagt die Finanzvorständin. Aber sie rechne nicht mit signifikanten Rückschritten. Zuwächse von fünf bis sieben Prozent wären für die Zeit nach Corona denkbar. „Die Pandemie hat die Entwicklung im E-Commerce um ein paar Jahre beschleunigt.“

Im globalen Frachtgeschäft habe die Post zudem von der Erholung des Welthandels profitiert. Doch die Kapazitäten für den Transport sind weiterhin knapp. Es seien noch nicht wieder genügend Passagierflugzeuge unterwegs, die normalerweise in den Frachträumen DHL-Sendungen mitnehmen. Aber unter anderem fliegt die Urlaubsreisefluggesellschaft Condor jetzt Fracht für das Expressgeschäft, solange die Nachfrage nach Passagierreisen aufgrund von Covid-19 gedrückt ist. 

Einbruch im Briefgeschäft

Einen tiefen Einbruch erleidet der Konzern im Briefgeschäft. Im ersten Quartal habe man hierzulande gut neun Prozent weniger Post befördert als im Vorjahreszeitraum, sagt Finanzchefin Kreis. Das liege vor allem daran, dass Firmen weniger Werbebriefe verschicken. Die Managerin geht davon aus, dass sich die Rückgänge wieder auf die zwei bis drei Prozent einpendeln werden, die der Konzern in den vergangenen Jahren verzeichnet habe.