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Kommentar zur Konjunkturumfrage: Risiken bleiben

Kommentar zur Konjunkturumfrage : Risiken bleiben

Die Wirtschaft der Region scheint derzeit durch nichts zu erschüttern. Doch Risiken bleiben.

Protektionistische Maßnahmen, die US-Präsident Donald Trump plant, und die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, lassen die Firmen bislang scheinbar kalt. Dies hat zwei Ursachen: Zum einen ist die Lage der Mehrheit der Firmen wirklich stabil, da die gute Konsumlaune der Deutschen für steigende Verkäufe sorgt. Exogene Schocks können diese Firmen wenig erschüttern.

Zum zweiten erscheinen die Konsequenzen, die sich aus den Trumpschen Plänen rund um die Politik des „America first“ ergeben, noch weit weg. Zunächst sehen die Firmen vor allem die positiven Einflüsse, die sich ergeben: Niedrigere Steuern, weniger Regulierung und zusätzliche Ausgaben der USA. Es scheint zunächst klar zu sein, dass Trump als Präsident für Wirtschaftswachstum steht. Auch die Briten, immerhin das drittwichtigste Exportland für die deutschen Firmen, haben mit ihren Ausstiegsverhandlungen aus der EU noch gar nicht wirklich begonnen.

Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis die Risiken dieser Entwicklung deutlicher zutage treten. Die Wirtschaft der Region ist recht exportorientiert. Der deutsche Überschuss im Warenhandel ist Trump ein Dorn im Auge. Steuern auf Importe aus Ländern, mit denen die USA ein Außenhandelsungleichgewicht haben, sind bereits angedroht. Das kann im laufenden Jahr genauso dämpfend wirken wie die höhere Inflationsrate in Deutschland, die die Reallöhne der Verbraucher verringern und ihre Kaufkraft schwächen wird.