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Laschet bei Eröffnung dabei: Shell Rheinland geht Schritt in die Wasserstoff-Ära

Laschet bei Eröffnung dabei : Shell Rheinland geht Schritt in die Wasserstoff-Ära

Europas größte Wasserstoff-Elektrolyseanlage ist am Freitag bei Shell in Wesseling in Betrieb gegangen. Der Rohstoff soll dabei helfen, klimaneutral zu werden. Besonders stolz ist NRW, dass das Herz der neuen Technologie am Rhein liegt.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für die Energiewende – in Deutschland, in Europa und möglicherweise sogar weltweit. Doch das Element kommt nicht in reiner Form vor, sondern wird über Elektrolyse, also unter Einsatz von Strom, aus Wasser gewonnen. Am Freitag wurde Europas größte Elektro­lyseanlage zur Herstellung von H2 von Shell Rheinland in Wesseling in Betrieb genommen. „Das ist ein historischer Moment“, sagte Bart Diebuyck, Geschäftsführer von FCH JU, einer öffentlich-privaten Partnerschaft von Europäischer Union, Industrie und Wissenschaft, die das Projekt bisher mit 20 Millionen Euro gefördert hat.

Diebuyck bezeichnete die Anlage als „solide Basis für die europäische Wasserstoff-Strategie“. In Brennstoffzellen wird Wasserstoff wieder in Strom umgewandelt und dient als Antrieb für Fahrzeuge. In der Metall- und Chemieindustrie, die besonders viel Kohlendioxid in der Produktion freisetzt, soll er ebenfalls helfen, die Treibhausgasemissionen zu senken. Als Energiespeicher genutzt, kann Wasserstoff zudem dazu beitragen, die Instabilitäten im Netz durch die zunehmende Ökostromeinspeisung auszugleichen.

Der Europa-Abgeordnete Jens Geier (SPD) sagte bei der Feierstunde: „Wasserstoff ist unerlässlich für die Dekarbonisierung.“ Inzwischen sei man nicht mehr bei der Erprobung dieser Technologie, sondern bei deren Umsetzung. Geier sieht in Refhyne I, wie sich die 10-Megawatt-Anlage nennt, auch so etwas wie das „Symbol für die neue Shell“. Denn der niederländisch-britische Konzern läutet damit eine neue Ära ein: Er will schrittweise weniger Öl und Gas produzieren und dafür alternative Kraftstoffe fördern: neben Wasserstoff sind das synthetische Flugkraftstoffe, die aus Holzabfällen gewonnen werden, sowie grüner Strom, ebenfalls ein ganz neues Standbein für Shell.  

„Wir wollen Wasserstoffland Nummer eins in Europa werden“

Besonders stolz ist NRW, dass das Herz der neuen Technologie am Rhein liegt. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, wenn im kommenden Jahr in NRW sieben Braunkohlewerke schließen und damit viele Arbeitsplätze verloren gehen, könne die Wasserstofftechnologie mittel- und langfristig neue Arbeitsplätze bieten. „Wir wollen Wasserstoffland Nummer eins in Europa werden“, so Laschet. Seine Landesregierung habe gerade einen Antrag auf Förderung bekommen, der nun von den Behörden geprüft werde, fügte er hinzu. Shell hat staatliche Unterstützung für Refhyne beantragt, da grüner Wasserstoff aus Ökostrom fünf Mal so teuer ist wie grauer Wasserstoff aus Kohlestrom. Zudem soll Ende 2024 Refhyne II mit einer zehn Mal höheren Kapazität in Betrieb gehen.