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Shoptimist: Firma bietet Händler aus Bonn und Rhein-Sieg-Kreis Onlineplattform

Alternative zu Amazon : Shoptimist bietet Händlern aus der Region eine Onlineplattform

Die Onlineplattform Shoptimist will dem örtlichen Einzelhandel ermöglichen, mehr über das Internet zu verkaufen. Jetzt hat das Unternehmen seine Tätigkeit ausgedehnt und hat auch Produkte von Händlern aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis auf der Seite.

2900 Shops mit 13,5 Millionen Artikeln sind nach Unternehmensangaben derzeit auf der Internetseite www.shoptimist.de zu finden. 570.000 Artikel stammen von Händlern aus der Region Bonn/Rhein-Sieg. 350 Shops der Region seien eingebunden. Die Suche funktioniert wie bei allen Online-Marktplätzen: Der Interessent gibt das Produkt ein, das er sucht, und erhält eine Trefferliste. Das Besondere: Die vorderen Treffer stammen immer aus der Region, soweit das Produkt hier verfügbar ist.

Der Düsseldorfer Unternehmer Till Breckner  hat mit zwei Partnern die Suchmaschine zu Jahresbeginn gestartet. Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 arbeitet er an der Idee. Der 44-jährige Unternehmensberater und Galerist begann mit Angeboten aus seiner Heimatstadt Düsseldorf und ab Februar auch aus dem Ruhrgebiet.

Händler mit Onlineshop

Bei Shoptimist.de blieben die beteiligten Händler selbstständig  und müssten sich nicht binden, so Breckner. Voraussetzung zur Teilnahme ist ein bereits existierender Onlineshop. Zunächst soll das Ganze für die Teilnehmer kostenlos sein, später möchte Breckner einen „fairen Teilnahmebeitrag“ erheben.

„Zu jedem Produkt wird direkt der Standort angezeigt“, erläutert Breckner. Momentan sei es noch ratsam, beim Händler die lokale Verfügbarkeit zu verifizieren. „In Zukunft wollen wir das Live-Inventar zeigen“, sagt der Unternehmer. Die Preise basieren auf den Angaben des jeweiligen Händlers und seien nicht entscheidend für die Vorschläge. Außerdem plant der Düsseldorfer, bundesweit einen Fahrradkurierdienst mit Partnern auf den Weg zu bringen, der innerhalb von zwei Stunden jedes lokal lieferbare Produkt zum Käufer bringt.

General-Anzeiger als Kooperationspartner

Der Bonner General-Anzeiger ist Kooperationspartner von Shoptimist. „Die Bedeutung des lokalen Einkaufens, das hat sich vor allem in Zeiten der Pandemie gezeigt, ist so wichtig für die Menschen: Vielfalt des Angebotes vor der Haustür, lebendige Infrastruktur in den Städten und Vierteln, das bedeutet Lebensqualität“, erläutert Martin Busch, Leiter des GA-Werbemarktes. Es gehe nicht darum, die großen E-commerce-Anbieter zu verteufeln. „Aber wir halten es für wichtig, die Menschen zur Priorisierung des regionalen Handels zu bewegen“, so Busch. Stationärer Handel und Online-Shopping sei kein Widerspruch: „Die Zukunftsfähigkeit der lokalen Anbieter liegt in der intelligenten Kombination von beidem.“ Der General-Anzeiger als führendes Medienhaus in der Region sehe seine Aufgabe auch darin, Projekte, die die regionale Wirtschaft und deren Rolle stärken, zu unterstützen. Wenn es um Online-Shopping gehe, ermögliche Shoptimist mit seiner Technologie den Menschen, erst einmal zu schauen, was man von Zuhause aus in der Region einkaufen kann. „Und das unterstützen wir gern, indem wir auf einigen ga.de -Seiten eine einfache Suchmaske zum Finden regionaler Produkte einbinden werden“, sagt Busch.

Alternative zu Amazon

Breckners hat mit seinem Unternehmen durchaus ein politisches Ziel: Er möchte Verbrauchern eine Alternative zu Amazon und anderen reinen Onlinehändlern bieten, da diese Firmen kaum Steuern zahlten. „Von jedem Euro, der im Online-Kauf an die global agierenden Suchmaschinen und Marktplätze abwandert, verliert unsere Gemeinschaft bis zu 30 Cent.“ Die Summe setze sich zusammen aus entgangener Gewerbesteuer für die Kommune, Körperschaftsteuer für den Bund, Mehrwertsteuer bei Kleinartikeln aus dem Ausland sowie sekundären Verlusten an Einkommensteuer und anderen Effekten. Dieses Geld fehle für Kitas, Schulen, Krankenhäuser oder Theater, wenn der Euro bei einem weltweit agierenden Anbieter ausgegeben wird. 

Weitere Wachstumspläne

Die Ausdehnung des Angebotes auf Hessen, Rheinland-Pfalz und Berlin sei bereits abgeschlossen. Shoptimist hat bereits weitere Wachstumspläne: „Wir wollen die beste und vollständigste Produktsuche in Deutschland werden“, lautet Breckners Vision.   Dabei solle der Nutzer immer zwischen bundesweiten Anbietern und denjenigen aus der Nähe wählen können. Ziel ist, 50.000 Händler mit etwa 100 Millionen Produkten, filterbar nach jedem Standort in Deutschland, anzuzeigen.

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