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Finanzielle Abfederung der Werksschließung: Sozialplan für sächsisches Haribo-Werk steht

Finanzielle Abfederung der Werksschließung : Sozialplan für sächsisches Haribo-Werk steht

Die Geschäftsführung und der Betriebsrat des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau haben sich unter Mitwirkung der Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten (NGG) auf die Eckpunkte eines Sozialplans für die rund 150 Beschäftigten des Standorts verständigt.

„Wir haben wie versprochen ein sehr faires Paket für unsere Mitarbeitenden erarbeitet und konnten auf dieser Grundlage mit dem Betriebsrat eine Einigung erzielen“, erklärte Michael Molsberger, Geschäftsführer Produktion und Technik von Haribo Deutschland.

Die Vereinbarung regele die finanziellen Ausgleichsmaßnahmen, mit denen die wirtschaftlichen Nachteilefür die Beschäftigten ausgeglichen oder abgemildert werden, die durch die Schließung des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau zum 31. Dezember 2020 entstehen. Molsberger dankte den „engagierten Mitarbeitenden, deren hohe Zuverlässigkeit wir immer geschätzt haben.“

Der Süßwarenhersteller Haribo will sein Werk in Wilkau-Haßlau zum Jahresende schließen. Als Grund dafür gibt das Unternehmen mit Hauptsitz in Grafschaft an, dass der Standort Wilkau-Haßlau nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur erfülle. Zu diesem Ergebnis habe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung der Produktionsstandorte geführt. Dafür soll die Produktion in den anderen vier Werken ausgebaut werden.

Das Konzept sieht vor, die Produktion in Deutschland an weniger Standorten, dafür aber mit mehr Produktionsstraßen und höherer Leistungsfähigkeit zu bündeln. „Es wären in Wilkau-Haßlau unverhältnismäßig hohe Investitionen nötig, um die Produktionsabläufe konsequent auf die künftigen Anforderungen auszurichten“, teilte Haribo mit. Schon allein aufgrund seiner baulichen Substanz verfüge das Werk nicht über die notwendigen Entwicklungsmöglichkeiten. Die 150 betroffenen Mitarbeiter sollen „nach Möglichkeit" an die vier anderen deutschen Standorte nach Grafschaft, Bonn, Neuss oder Solingen im Westen wechseln.

„Wir sind uns darüber im Klaren, dass es sich sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch die Region um einen schweren Schritt handelt“, so der Haribo-Geschäftsführer. Nachdem der Sozialplan stehe, werden Haribo daran mitarbeiten, eine zukunftsfähige Nachfolgenutzung für das Betriebsgelände zu finden Dazu werde es zeitnah weitere Gespräche mit der Lokal- und Landespolitik geben. In Sachsen hatte es Demonstrationen und Lichterketten gegen die Schließung gegeben.