Tarifverhandlungen Telekom bessert Angebot nach

Bonn · In den Tarifstreit bei der Deutschen Telekom kommt Bewegung. Das Unternehmen hat sein erstes Angebot nachgebessert. Verdi sieht einen „Schritt in die richtige Richtung“, lehnt es aber ab. Es gibt aber auch ein gutes Anzeichen.

 Auch in Bonn gab es bereits Warnstreiks der Telekom-Beschäftigten.

Auch in Bonn gab es bereits Warnstreiks der Telekom-Beschäftigten.

Foto: Benjamin Westhoff

In den Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom ist eine Annäherung zu erkennen. In der vierten Tarifverhandlungsrunde haben die Arbeitgeber in Potsdam ein verbessertes Angebot vorgelegt. Die Beschäftigten sollen danach ab Dezember ein Gehaltsplus von 5,2 Prozent bekommen, im vorigen Angebot waren es 4,2 Prozent ab Januar 2025 gewesen. Ab Oktober 2025 sollen die Beschäftigten pro Monat 160 Euro zusätzlich bekommen, zuvor hatte das Management 150 Euro geboten. Außerdem sollen die Beschäftigten dieses Jahr schrittweise eine 2000 Euro hohe steuerfreie Inflationsausgleichsprämie bekommen.

„Wir sind Verdi in den Gesprächen sehr weit entgegengekommen“, sagt Birgit Bohle, Vorständin für Personal und Recht der Telekom. Bereits das erste Angebot sei das höchste in der gesamten Unternehmensgeschichte gewesen. Nun erreiche es ein Volumen von bis zu 14,6 Prozent über die Laufzeit von 26 Monaten. Für die Entgeltgruppe, in der sich die meisten Beschäftigten befinden, würde das über die Laufzeit rund 7400 Euro mehr bedeuten.

Vorsichtiges Entgegenkommen

Verdi reagierte entgegenkommend: „Wir wertschätzen es, dass die Arbeitgeber ein Angebot auf den Tisch gelegt haben, das Bewegung auf uns zu sichtbar werden lässt“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Sauerland. Das neue Angebot sei ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch noch nicht ausreichend, um eine Einigung zu erzielen. „Dies trifft etwa auf die vorgeschlagene prozentuale Entgelterhöhung oder die Verkürzung der Laufzeit im Vergleich zum vorherigen Angebot zu.“ Aber das Angebot sei eine Basis, in eine Verlängerung der vierten Verhandlungsrunde zu gehen, um eine Eskalation des Tarifkonflikts zu vermeiden. Beide Seiten haben vereinbart, die vierte Tarifverhandlungsrunde bis einschließlich Freitag zu verlängern.

Verdi fordert in der diesjährigen Tarifrunde für bundesweit rund 70.000 Tarifbeschäftigte eine Entgeltsteigerung von zwölf Prozent, mindestens aber um 400 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.

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