Telekom-Streik in Bonn „Wir brauchen mehr als ein Dankeschön“

Bonn · Den Platz der Vereinten Nationen in Bonn tauften die Demonstranten in Platz der Vereinten Telekom Gesellschaften um: Mit einer Kundgebung gaben Telekom-Beschäftigte am Dienstag den Gewerkschaftsforderungen bei den Tarifverhandlungen Nachdruck.

 Mit Trillerpfeifen verliehen die Telekom-Beschäftgiten ihrem Unmut Ausdruck.

Mit Trillerpfeifen verliehen die Telekom-Beschäftgiten ihrem Unmut Ausdruck.

Foto: Benjamin Westhoff

An einem bundesweiten Warnstreikaufruf der Gewerkschaft Verdi haben sich am Dienstag nach Firmenangaben mehr als 10.000 Beschäftigte der Deutschen Telekom beteiligt. Die Gewerkschaft fordert für bundesweit rund 70.000 Telekom-Beschäftigte zwölf Prozent mehr Geld, mindestens aber 400 Euro mehr pro Monat. In Bonn kamen vor dem World Conference Center rund 300 Beschäftigte zu einer Kundgebung zusammen. „Wir brauchen mehr als ein Dankeschön“, sagte Jan Öhlmann, Vorsitzender der Verdi-Betriebsgruppe Zentrale Betriebe Telekom Bonn unter dem Beifall der Demonstranten. Für die Aktionäre sei die Dividende um zehn Prozent erhöht worden. Doch der Gewinn des Unternehmens müsse gerecht verteilt werden.

Conny Parisi-Bohmholt, stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der Deutschen Telekom Technik GmbH, berichtete von der zweiten Tarifverhandlungsrunde. „Vier Stunden haben wir uns anhören müssen, wie schlecht es dem Konzern geht.“ Die Telekom hatte 2023 einen Gewinn von 7,94 Milliarden Euro erzielt. Wichtiger, als in den Glasfaserausbau zu investieren, sei es, in die Belegschaft zu investieren. Der Arbeitgeber strebe eine Laufzeit des Tarifvertrags von 28 Monaten an. Das sei viel zu lang. Verdi fordere eine Laufzeit von zwölf Monaten. Abgespielt wurde erstmals ein von Telekom-Beschäftigten mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz programmierter Song: „Höttges, rück die Kohle raus“.

Die Telekom teilte am Dienstag mit, sie versuche, die Auswirkungen des Warnstreiks für Kunden so gering wie möglich zu halten. Ausgefallene Kundentermine sollen noch im Laufe dieser Woche nachgeholt werden. Die Tarifverhandlungen werden am 29. und 30. April in Köln fortgesetzt.

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