Bonner Konzern optimistisch Telekom traut sich weiteres Wachstum zu

Bonn · Die Deutsche Telekom schließt immer mehr Haushalte an das Glasfasernetz an. Fast acht Millionen sind es mittlerweile. Doch die Kundschaft ist noch zögerlich, einen der Glasfasertarife auch zu buchen.

 Stellten die Finanzergebnisse für 2023 vor: Telekom-Finanzvorstand Christian Illek und Vorstandschef Timotheus Höttges.

Stellten die Finanzergebnisse für 2023 vor: Telekom-Finanzvorstand Christian Illek und Vorstandschef Timotheus Höttges.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Rund 2,5 Millionen Haushalte hat die Deutsche Telekom 2023 neu in Deutschland an das Glasfasernetz angeschlossen. Knapp acht Millionen Haushalte sind es insgesamt. „Im Jahr 2024 werden wir die Zehn-Millionen-Marke übertreffen“, sagte Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens.

„Langfristig ist die flächendeckende Versorgung mit den Netzen der Zukunft entscheidend für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandortes“, sagte Höttges. Noch reagiert die Kundschaft allerdings eher zögerlich auf die Anschlüsse mit höherer Bandbreite: Erst eine Million Kunden hat tatsächlich einen Glasfasertarif bei der Telekom gebucht. „Wir müssen jetzt die Vermarktung von Glasfaserprodukten verbessern“, sagte Höttges. Kunden müssten noch stärker vom Nutzen überzeugt werden. Er geht davon aus, dass es gelingt, künftig 30 bis 40 Prozent der angeschlossenen Kunden von einem Glasfasertarif zu überzeugen. Es sei zu spät, erst mit dem Glasfaserausbau anzufangen, wenn der Datenbedarf da sei. „Wir haben jetzt das Ausbautempo erreicht, das wir auch in den kommenden Jahren fortsetzen werden“, meinte Höttges.

„Zuverlässig geliefert“

Mit den Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr zeigte sich Höttges zufrieden: „In einer Welt mit vielen Herausforderungen haben wir auch 2023 gewohnt zuverlässig geliefert.“ Dank der wachsenden Geschäfte auf beiden Seiten des Atlantiks traue sich die Telekom 2024 höheres Wachstum zu.

Beeinträchtigt durch Wechselkursveränderungen und niedrigere Endgeräteumsätze ist der Konzernumsatz der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf knapp 112 Milliarden Euro zurückgegangen. In organischer Betrachtung – also ohne Einfluss von Veränderungen der Wechselkurse und einbezogener Firmenteile – stieg der Umsatz um 0,6 Prozent auf 112 Milliarden Euro.

Der Betriebsgewinn (Ebitda AL), bei dem Wechselkursbelastungen herausgerechnet wurden, verzeichnete ein Plus von vier Prozent auf 40,5 Milliarden Euro. Der Konzernüberschuss lag mit 17,8 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie 2022. Maßgeblicher Treiber dafür war der Erlös aus dem Verkauf der Mehrheit des Funkturmgeschäfts GD Towers in Deutschland und Österreich. Betrachtet man allein das vierte Quartal 2023, ergab sich ein Verlust von einer Milliarde Euro, vor allem verursacht durch zinsbedingte Wertminderungen auf die verbliebene Beteiligung an GD Towers. Der bereinigte Konzernüberschuss lag 2023 mit 7,9 Milliarden Euro um 12,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, negativ beeinflusst durch Einmaleffekte im sonstigen Finanzergebnis.

Hoffnungsvoll zeigte sich Finanzvorstand Christian Illek für die Geschäftskundensäule T-Systems, die seit Jahren das Sorgenkind des Konzerns ist und seit Jahresbeginn unter der neuen Leitung von Ferri Abolhassan steht. Dort stieg der Umsatz 2023 organisch um 5,3 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda legte im Gesamtjahr organisch um zehn Prozent auf 321 Millionen Euro zu und es gab einen positiven Barmittel-Zufluss. Auch für dieses Jahr rechnet Illek damit, dass die Ergebnisse von T-Systems nicht mehr von anderen Einheiten des Konzerns gestützt werden müssen. Allerdings sank der Auftragseingang 2023 organisch um 4,9 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro.

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