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Wie verändert sich die Arbeit?: Uni Bonn untersucht Auswirkungen von Homeoffice

Wie verändert sich die Arbeit? : Uni Bonn untersucht Auswirkungen von Homeoffice

Eine Studie der Universität Bonn untersucht die Auswirkungen von Homeoffice auf Beschäftigte und Arbeitgeber. Die Frage: Wie hat sich die Arbeit im vergangenen Jahr verändert?

Die kurze Kaffeepause mit Kollegen oder das spontane Treffen zum Mittagessen – alles Begegnungen, die für viele Arbeitnehmer zurzeit wegfallen. Seit Wochen oder Monaten arbeiten viele Menschen im Homeoffice, schalten sich von einem digitalen Meeting zum nächsten und haben ihre physischen Kontakte auf ein Minimum reduziert. Für die einen bedeutet das Arbeiten von zu Hause mehr Freiheiten, die anderen wünschen sich sehnlichst zurück ins Büro. Wie verändert sich das Verhältnis zum Beruf und zum Arbeitgeber? Welchen Menschen liegt das Homeoffice besser? Unter anderem mit solchen Fragen beschäftigt sich Julia Viviane Lippold, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Bonn.

Lippold arbeitet in der Abteilung für Differentielle und Biologische Psychologie und hat bereits im vergangenen März zu den Auswirkungen des Coronavirus geforscht. „Wir haben eine weltweite Erhebung gemacht. Es ging darum, welche Rolle die Persönlichkeit, die politische Einstellung sowie soziodemographische Merkmale spielen, wenn Menschen Angst vor dem Coronavirus empfinden“, erklärt Lippold. In einer weiteren Studie, deren Ergebnisse noch nicht veröffentlicht sind, befragte sie acht Wochen lang die gleichen Personen, wie es ihnen mit der physischen Isolation ergeht.

Am Sonntag startete Lippold ihre dritte Umfrage: „Der Fokus liegt auf der Frage, wie Soziodemographie, Persönlichkeit und Führungsverhalten die Gestaltung der Arbeit im Homeoffice beeinflussen“, erklärt die Doktorandin. Vor der Corona-Pandemie hätten Studien viele Vorteile des Arbeitens von zu Hause gezeigt. „Da lauteten die Befunde, dass Personen im Homeoffice eher effizienter arbeiten. Sie arbeiten länger, mehr und auch besser. Das geht meistens einher mit dem Phänomen des Work-Life-Blending, das heißt eine Vermischung von beruflichem und privatem Leben. Durch Corona kann man das ganze natürlich noch einmal anders betrachten“, erklärt Lippold.

Denn der entscheidende Punkt sei der Druck von außen: Vor Corona arbeiteten überwiegend jene Menschen im Homeoffice, die diese Art zu Arbeiten befürworten und das Work-Life-Blending als tendenziell positiv empfinden, sagt Lippold. „Durch die politischen Anordnungen, die Hygienekonzepte etc. wird  gefordert, dass jeder zu Hause bleibt.

Es hat immer einen großen Einfluss, ob ich eine Entscheidung selber treffe oder nicht. Und dann wird es natürlich interessant, für welche Personen die Arbeit im Home-Office jetzt gut funktioniert, und für welche nicht“, so Lippold.

Innerhalb der ersten 24 Stunden nahmen laut der wissenschaftlichen Mitarbeiterin bereits über 300 Personen an ihrer Umfrage teil. Wer volljährig ist und mindestens teilweise im Homeoffice arbeitet, kann unter folgendem Link noch diese Woche daran teilnehmen.

Die Bearbeitungszeit dauert etwa fünf Minuten. Über die Ergebnisse wird der GA in den kommenden Wochen berichten.