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David Schirrmacher: Verfahren gegen „Von Floerke“-Gründer eingestellt

David Schirrmacher : Verfahren gegen „Von Floerke“-Gründer eingestellt

Der Ex-TV-Unternehmer David Schirrmacher sollte sich wegen Insolvenzverschleppung verantworten. Nun wird dem „Von Floerke“-Gründer nur noch ein Verstoß gegen das Kunst- und Urheberrecht zur Last gelegt.

Gegen den ehemaligen Jungunternehmer David Schirrmacher waren zwei Verfahren am Bonner Amtsgericht anhängig: Eines wurde nun wegen geringer Schuld gegen Zahlung einer Geldauflage in Höhe von 500 Euro eingestellt, das zweite für Ende Oktober neu terminiert. Das bestätigte Birgit Niepmann, Direktorin des Amtsgerichts, dem GA am Freitag auf Nachfrage.

Schirrmacher sollte sich ursprünglich wegen Insolvenzverschleppung und eines Verstoßes gegen das Kunst- und Urheberrechtsgesetz vor Gericht verantworten. Der Ex-Bonner war im Jahr 2015 mit seinem Herrenmode-Unternehmen „Von Floerke“ durch einen Auftritt in der TV-Investorenshow „Die Höhle der Löwen“ bekannt geworden.

Zu zwei in den vergangenen Monaten bereits angesetzten Terminen war der Gründer des pleitegegangenen Mode-Start-ups jeweils nicht erschienen. Die Einreise nach Deutschland sei ihm wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, hatte er das Gericht wissen lassen. Schirrmacher lebt derzeit in Irland, wo er an der Universität von Dublin eingeschrieben ist und als Finanzberater auftritt.

Der „Von Floerke“-Gründer hatte sein Unternehmen über sogenannte Crowdfunding-Plattformen im Internet finanziert. Bei privaten Kleinanlegern sammelte er rund 1,2 Millionen Euro ein, die für die Investoren nach der Firmeninsolvenz weitgehend verloren waren. In dem nun eingestellten Verfahren ging es aber nur um kleinere Beträge, die aus Rechtsberatungskosten resultieren sollen. Bei der Anklage im Zusammenhang mit dem Urheberrecht geht es um einem Polizeieinsatz in Schirrmachers alter Bonner Wohnung: Er hatte die Durchsuchung gefilmt und die Bilder live ins Internet übertragen, ohne die Beamten unkenntlich zu machen.

Seinen Irlandaufenthalt nutzt Schirrmacher offenbar für eine berufliche Neuausrichtung samt Promotion an der Dubliner Uni. Außerdem hat er in der irischen Hauptstadt Privatinsolvenz angemeldet. Die britischen Inseln gelten als Komfortzone für derartige Vorhaben, weil dort eine komplette Entschuldung für EU-Bürger binnen nur eines Jahres möglich ist.