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Versicherung für Fluthelfer: Sind Freiwillige im Fall eines Unfalls abgesichert?

Fragen und Antworten : Sind freiwillige Fluthelfer im Falle eines Unfalls versichert?

Die Hilfsbereitschaft nach der Unwetterkatastrophe in der Region ist groß. Menschen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands reisen an, um bei den Aufräumarbeiten mitanzupacken. Aber wie sind die freiwilligen Helfer im Falle eines Unfalls versichert?

Eine private Versicherung, die LVM, hat eine Woche nach dem Hochwasser eine kostenlose Extra-Versicherung für freiwillige Fluthelfer angeboten und das in einer Pressemitteilung so begründet: „Denn, wer sich ehrenamtlich als Fluthelferin und -helfer engagiert und hierbei eine Verletzung erleidet, ist über die gesetzliche Unfallversicherung nicht ausreichend abgesichert.“ Ob die gesetzliche Unfallversicherung in diesem Falle greife, sei noch unsicher, sagt Nicola Flügemann von der LVM. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) teilt aber auf Nachfrage mit, dass auch Privatpersonen, die bei Not und allgemeiner Gefahr Dritten helfen, gesetzlich unfallversichert sind. Wichtige Fragen und Antworten dazu:

Was ist die gesetzliche Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung bietet anders als die Krankenversicherung neben der ärztlichen Behandlung auch andere Leistungen an wie den barrierefreien Ausbau der Wohnung bei Bedarf oder ein Verletztengeld bei Arbeitsunfähigkeit.

Wer ist gesetzlich unfallversichert?

Im Siebten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VII) sind alle Personengruppen aufgelistet, die gesetzlich unfallversichert sind, zum Beispiel Menschen, die unentgeltlich für die Freiwillige Feuerwehr oder das Deutsche Rote Kreuz arbeiten. Die Unfallkassen der Länder können durch Regelung in ihren Satzungen den Versicherungsschutz auf weitere Ehrenamtliche ausdehnen.

Sind auch private Hilfeleistende im Hochwassergebiet gesetzlich unfallversichert?

Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind auch Personen versichert, die sich im „Interesse der Allgemeinheit besonders einsetzen“. Die Kosten für diesen Versicherungsschutz für Hilfeleistende tragen nach dem SGB VII Länder, Städte und Gemeinden.

Wann sind Hilfeleistende gesetzlich unfallversichert?

Laut DGUV sind Personen gesetzlich unfallversichert, wenn sie „bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not“ Hilfe leisten oder „einen anderen aus erheblicher gegenwärtiger Gefahr für seine Gesundheit retten, beziehungsweise zu retten versuchen“. Der Verband nennt ausdrücklich folgende Situationen:

■ Verkehrsunfall auf der Autobahn

■ Brandkatastrophe

■ Überschwemmung

„Der Versicherungsschutz umfasst nicht nur die direkte Nothilfe für verletzte Personen“, teilte die DGUV außerdem in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Auch die Beseitigung der Trümmer gilt als versicherte Tätigkeit.

Was sollten Hilfeleistende tun, wenn etwas passiert?

Laut DGUV sollten Betroffene den Unfall dem Verband melden und möglichst polizeilich aufnehmen lassen. Außerdem sollte man dem behandelnden Arzt mitteilen, wobei der Unfall passiert ist. Krankenversicherungskarte oder Angaben zur privaten Krankenversicherung sind nicht nötig, weil Ärzte und Krankenhäuser direkt mit der Gesetzlichen Unfallversicherung abrechnen.