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Bankgeschäft: Volksbank Bonn Rhein-Sieg mit Polster

Bankgeschäft : Volksbank Bonn Rhein-Sieg mit Polster

Angesichts gut laufender Bankgeschäfte hat sich die Volksbank Bonn Rhein-Sieg finanzielle Polster zugelegt. Das Institut erfüllt nach Angaben von Vorstandschef Jürgen Pütz jetzt schon Eigenkapitalanforderungen, die die Banken eigentlich erst ab 2019 erfüllen müssen.

Einen kräftigen Anstieg des Betriebsergebnisses um mehr als 15 Prozent auf 18,1 Millionen Euro im vergangenen Jahr nutzten die Genossen, um die Rücklagen nochmals aufzufüllen. Der sogenannte Solvabilitätskoeffizient - das Verhältnis von Eigenmitteln zu ausgeliehenen Krediten - liegt bei der Volksbank Bonn Rhein-Sieg laut Pütz bei 14,7 Prozent. Aktuell vorgeschrieben sind von der Bankenaufsicht acht Prozent, ab 2019 gilt eine Mindestquote von 13 Prozent. Mit den höheren Eigenkapitalanforderungen sollen Finanzkrisen wie 2008 verhindert werden.

Wie Pütz bei der Bilanzvorlage in Bonn sagte, ist die Volksbank im vergangenen Jahr in allen Sparten gewachsen. Niedrige Zinsen und die gute Konjunktur brachten das Kreditgeschäft der Volksbank im vergangenen Jahr voran, das um 5,5 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro wuchs. Überdurchschnittlich war die Nachfrage nach Baudarlehen mit einem Plus von 7,4 Prozent auf 146 Millionen Euro.

Trotz der niedrigen Zinsen legten die Kunden auch 42,4 Millionen Euro mehr bei der Volksbank an, 1,5 Milliarden Euro waren es insgesamt am Jahresende. Auch angesichts der guten Börsenentwicklung belebte sich das Wertpapiergeschäft. Insgesamt verwahrte die Volksbank am Jahresende Wertpapiere für 905 Millionen Euro in den Depots.

"Mit einer Bilanzsumme von unverändert gut zwei Milliarden Euro sind wir weiterhin die größte Volksbank im Rheinland", sagte Pütz. Unterm Strich blieben nach Steuern, Risikovorsorge und Dotierung der Rücklagen ein Jahresüberschuss von 4,7 (Vorjahr: 4,5) Millionen Euro.

An die Mitglieder soll eine unveränderte Dividende von fünf Prozent auf die Geschäftsanteile ausgeschüttet werden. Eine Traumrendite im Vergleich zu den Marktzinsen. So gibt es bei der Volksbank selbst für einen auf sechs Jahre festgeschriebenen Sparbrief nicht mehr als ein Prozent Zins pro Jahr.

Die Zeichnung von genossenschaftlichen Geschäftsanteilen an der Volksbank sei aber auf 1000 Euro je Mitglied beschränkt, sagte Pütz: "Eine vierköpfige Familie kann immerhin 4000 Euro anlegen." Dass diese Möglichkeit rege genutzt wird, zeigt der Mitgliederzuwachs. Hier wurde die Marke von 60.000 überschritten. Pütz: "Wir sind die größte Personenvereinigung in der Region." Die 60.000. Jubiläums-Bankteilhaberin sei gerade erst zehn Jahre alt.

Für das laufende Jahr zeigte sich Pütz gedämpft optimistisch: "Die Schwierigkeit wird darin bestehen, diese Ergebnisse zu halten, denn die Zinsen werden weiterhin sehr niedrig bleiben." Unter dem Strich rechnet der Vorstandschef mit einem Jahresüberschuss etwa in gleicher Höhe wie im Vorjahr. Kreditnehmern rät Pütz, möglichst bald eine Zinsfestschreibung auf dem historisch günstigen Niveau vorzunehmen.