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VR-Banken Bonn und Rhein-Sieg fusionieren

Kein Stellenabbau geplant : VR-Banken Bonn und Rhein-Sieg fusionieren

Die VR-Bank Rhein-Sieg und die VR-Bank Bonn fusionieren. Die neue Genossenschaftsbank erzielt Bilanzsumme von vier Milliarden Euro. Indessen ist kein Stellenabbau geplant.

Und wieder fusionieren zwei Volks- und Raiffeisenbanken: Dieses Mal handelt es sich um die VR-Bank Rhein-Sieg und die VR-Bank Bonn, die den technischen Zusammenschluss im Juni nächsten Jahres vollziehen wollen, wie sie am Freitag mitteilten. Die neue Genossenschaftsbank komme dann auf eine Bilanzsumme von fast vier Milliarden Euro, sie wird fast 70.000 Mitglieder und 160.000 Kunden haben.

Es handele sich um zwei kerngesunde Genossenschaftsbanken, hieß es in einer Pressemitteilung. Die VR-Bank Rhein-Sieg hatte vor vier Wochen ihre Jahresbilanz für 2020 vorgelegt und sich erleichtert gezeigt, dass das Geschäft trotz Corona weitaus besser als erwartet ausgefallen sei. Das Kreditvolumen war um fast elf Prozent gestiegen, der Wertpapierumsatz um 33 Prozent. Die VR-Bank Bonn wird erst noch ihre Geschäftszahlen für 2020 vorlegen, aber der Trend gehe zu einem „sehr guten Abschluss“, teilte sie auf Anfrage mit.

Die Aufsichtsräte beider Genossenschaftsbanken hatten am 9. beziehungsweise 15. März getagt und dabei beschlossen, ihren Vorstände den Fusionsauftrag zu erteilen. „Wir wollen aus zwei erfolgreichen Genossenschaftsbanken eine starke Regionalbank bauen, die noch besser in der Lage ist, die vielfältigen Herausforderungen kraftvoll und eigenständig zur Zukunftssicherung der Bank zu meistern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Rhein-Sieg, Holger Hürten.

Zu diesen Herausforderungen zählen die Digitalisierung der Dienstleistungen, die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank und die Corona-Krise. Die Ansprüche der Privatkunden an Servicekompetenz, Erreichbarkeit und zusätzliche mobile Bankdienstleistungsangebote – auch außerhalb des klassischen Filialangebots – nähmen zu, so die Banken.

Arbeitsplätze der mehr als 500 Mitarbeiter sollen sicher sein

Bei den Filialen ist viel in Bewegung. Bei der VR-Bank Bonn gibt es noch zehn Niederlassungen mit Personal, davon bieten acht den Rundum-Service mit Schaltern an, zwei sind reine Beratungsfilialen. Hinzu kommen zwei Selbstbedienungsstellen, nämlich in Alfter-Oedekoven und am Brüser Berg. Bei der VR-Bank Rhein-Sieg wurden drei Niederlassungen im vergangenen Jahr zu Selbstbedienungsstandorten umgewandelt, vier Geschäftsstellen stiegen von Ganztags- auf Halbtagsöffnung um. Insgesamt hat sie noch 21 Filialen mit Personal.

Stellenabbau soll es nicht geben. Die mehr als 500 Mitarbeiter sollen bei der neuen Bank sichere Arbeitsplätze haben. Der Vorstandschef der VR-Bank Bonn, Rainer Jenniches, erklärte: „Beide Häuser verfügen über eine hervorragende Eigenkapitalausstattung, haben ein positives Bewertungsergebnis und weisen eine Cost-Income-Ratio (Aufwand-Ertrags-Verhältnis) unter 66 Prozent aus.“ Jenniches nannte dies einen „außergewöhnlich guten Wert in der heutigen Zeit“.

Die neue Bank wird zu Beginn einen fünfköpfigen Vorstand haben, alle Vorstände werden zunächst übernommen, später aber auf einen dreiköpfigen Vorstand zusammenschrumpfen, nachdem zwei Mitglieder altersbedingt ausgeschieden sein werden. Um wen es sich handelt, teilten die Banken nicht mit.

Der Aufsichtsrat der fusionierten Bank soll von Martin Jonas angeführt werden, der bisher Aufsichtsratsvorsitzender bei der VR-Bank Rhein-Sieg ist. Sein Stellvertreter soll Thomas Halstrick werden, der derzeit dem Aufsichtsrat der VR-Bank Bonn vorsteht. 

Der Verschmelzungsvertrag für den juristischen Zusammenschluss der beiden Genossenschaftsbanken soll den jeweiligen Vertreterversammlungen im Spätsommer dieses Jahres vorgelegt werden.