Telekom-Berater Wegen Steuerhinterziehung im Millionenbereich angeklagt

BONN · Durch die Errichtung von zwei mutmaßlichen Scheinfirmen mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll ein selbstständiger IT-Berater des Telekom-Konzerns seine Honorare jahrelang am deutschen Fiskus vorbeimanövriert haben.

Von der Bonner Staatsanwaltschaft wurde der seit vielen Jahren offiziell in London lebende 43-Jährige jetzt wegen Steuerhinterziehung im großen Ausmaß angeklagt. Zwischen 2006 und 2010 soll der IT-Fachmann durch die nicht in Deutschland versteuerten Umsätze in Höhe von mehr als sechseinhalb Millionen Euro einen Steuerschaden von knapp zwei Millionen Euro verursacht haben.

Wie Gerichtssprecher Philipp Prietze mitteilte, hatte der Angeklagte im Tatzeitraum keine Wohnung in Deutschland. Allerdings soll der Mann normalerweise in der Woche in seinem eigenen Büro mit eigener Telefondurchwahl bei der Telekom gearbeitet und in Hotels übernachtet haben. Lediglich an den Wochenenden sei er zu seiner Familie nach London geflogen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es die ausländischen Firmensitze nur zum Schein gegeben hat. Bei der angegebenen Adresse in den Arabischen Emiraten fanden die Ermittler lediglich eine Rechtsanwaltskanzlei. Als Geschäftsführerin soll unter anderem die Mutter des Angeklagten eingetragen gewesen sein. Diese ist jedoch laut Anklage niemandem bei der Telekom bekannt. Vielmehr soll der 43-Jährige stets jeglichen Schriftverkehr persönlich unterschrieben haben.

Während der Ermittlungen soll der Beschuldigte bestritten haben, dass es sich um Scheinfirmen gehandelt hat. Zudem würde er aufgrund seines Wohnsitzes London seine Einkünfte dort versteuern.

Die Ermittler sind sich jedoch sicher, dass der Angeklagte in den letzten Jahren alles versucht hat, um jeder Steuerpflicht zu entkommen. So sollen die gezahlten Honorare stets auf Konten in der Schweiz und in Dubai geflossen sein.

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