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Weniger Arbeitslose in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Unüblich für die Saison : Weniger Arbeitslose in Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter stabil: Die Arbeitslosigkeit sinkt bundesweit, und so auch in der Region. Das hat Experten überrascht, denn eigentlich gibt es einen leichten Anstieg in Ferienzeiten. Aber 922 Jugendliche waren Ende August noch ohne Ausbildungsplatz.

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg ist von Juli auf August gesunken, zum Stichtag waren 32.179 Menschen arbeitslos gemeldet, nach 32.692 im Juli. Wie die Agentur am Dienstag in Bonn mitteilte, fiel die Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen im Alter von 15- bis 24 Jahren um 112 Personen, das waren vier Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum August 2020 waren es sogar 19,5 Prozent weniger, ein Rückgang um 647 Personen.

Die Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen sank im Vergleich zum Juli um 72 Menschen (- 0,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich stieg sie um 248 Personen (+ 2,3 Prozent). „Auch zum Ende der Sommerferien entwickelt sich der Arbeitsmarkt stabil. Saisonüblich wäre ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit, so aber ist die Arbeitslosigkeit auch in der Urlaubszeit gesunken“, berichtete Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, am Dienstag. Der Anstieg im Stellenbestand zeige weiterhin den Bedarf an Fachkräften.

  Auch die Maßnahme Kurzarbeit zeigen weniger Betriebe an. Dabei ist zu unterscheiden zwischen der angezeigten und der realisierten Kurzarbeit. Die Anmeldung von Kurzarbeit ist mit einem bestimmten Vorlauf notwendig, damit ein Unternehmen überhaupt Geld von der Arbeitsagentur erhalten kann. Im Juli zeigten insgesamt 49 neue Unternehmen der Region Kurzarbeit an, im Juni hatte es 46 Neuanzeigen gegeben. Noch im Juli 2020 hatten 98 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet.

Unternehmen zeigen weniger Kurzarbeit an

Von den Anzeigen im Juli 2021 sollten 230 Personen erfasst werden. Nach den vorläufigen Zahlen für August planen 73 Unternehmen Kurzarbeit, und zwar für 729 Beschäftigte. Nach einer aktuellen Hochrechnung hatten im März hingegen 3453 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit realisiert, 22 553 Arbeitnehmer waren betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam demnach aus dem Gastgewerbe (846 Betriebe mit 5686 Beschäftigten, darunter allein aus der Gastronomie 717 Betriebe mit 3782 Beschäftigten), dem Handel (884 Betriebe mit 6017 Beschäftigten, darunter alleine aus dem Einzelhandel  583 Betriebe mit 3733 Beschäftigten), Immobilien (263 Betriebe mit 2077 Beschäftigten, darunter alleine aus den Reisebüros 82 Betriebe mit 495 Beschäftigten), dem Verarbeitenden Gewerbe (266 Betriebe mit 3472 Beschäftigten), dem Dienstleistungsgewerbe, zum Beispiel Kunst, Unterhaltung und Erholung (192 Betriebe mit 1364 Beschäftigten) und dem Gesundheitswesen (135 Betriebe mit 478 Beschäftigten).

Um Mithilfe bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz haben bis August 4609 Jugendliche die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg gebeten, das seien 360 Personen oder 7,2 Prozent weniger als im August 2020. Die Unternehmen und Verwaltungen der Region hätten ihr im gleichen Zeitraum 4593 Ausbildungsstellen gemeldet, 88 weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Ende August gab es noch 922 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, denen 1166 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüberstanden.

In Nordrhein-Westfalen insgesamt waren im August rund 718.400 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 10,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Regionaldirektion in Düsseldorf mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,3 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte niedriger als im Juli. Im August 2020 hatte sie mit 8,2 Prozent noch deutlich höher gelegen. „Die Signale am Arbeitsmarkt stehen weiterhin auf Erholung“, erklärte der NRW-Regionalchef der Behörde, Torsten Withake.

Er wertete es als besonders positiv, dass die Zahl der Arbeitslosen auch im Vergleich zum Vormonat Juli gesunken ist, und zwar um 1,2 Prozent. Der Stichtag für die August-Daten lag in den Sommerferien. Üblicherweise steige die Arbeitslosigkeit während der Ferien, weil Firmen Betriebsferien machen oder Einstellungen auf später schieben.

Bundesweit waren rund 2,58 Millionen Menschen ohne Job, etwa 12.000 weniger als im Juli und 377.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 5,6 Prozent. (mit dpa)