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Serie „Firmen bei uns“: Werbeagentur Maas aus Bad Honnef kommt gut durch Corona-Krise

Serie „Firmen bei uns“ : Werbeagentur Maas aus Bad Honnef kommt gut durch Corona-Krise

Die Werbeagentur Maas in Bad Honnef schafft es bisher unbeschadet durch die Corona-Krise. Die Werbeformen ändern sich indes: Die digitalen Möglichkeiten hätten in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen.

Das riesige Gemälde eines Nashorns in schwarz-weiß prangt hinter Ingo Maas‘ Schreibtisch. Die seitliche Wand seines Büros ist mit ähnlichen Bildern von einem Löwen und einem Tiger verziert, in einer Ecke steht eine große Palmfrucht als Dekoration und im Raum nebenan liegen Wahlplakate eines CDU-Bürgermeisterkandidats auf dem Tisch. Von Kunst bis Politik: Die Werbeagentur Maas mit Sitz in Bad Honnef ist breit aufgestellt. Die Mitarbeiter grüßen sich herzlich, Bürohund Jo sucht unter einem Tisch etwas Abkühlung – es geht familiär zu in diesem Unternehmen.

Seit rund 30 Jahren konzipiert Geschäftsführer Ingo Maas Werbung für verschiedene Unternehmen der Region, wie zum Beispiel die Deutsche Post, viele mittelständische Unternehmen sowie einige Institutionen wie die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg (IHK). Kreativität spielt eine wichtige Rolle. „Wir haben alle eine große Kunstexpertise“, erklärt der 59-Jährige. Er selbst ist Künstler und hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Sascha Maas die Tierbilder in seinem Büro gemalt. In der Jugendstilvilla, in der sich seine Agentur befindet, sollen bald wieder mehr Events zu den Themen Kunst, Musik und Kulinarik stattfinden. Die Nähe zur Kunst spiegelt sich auch bei den Kunden der Werbeagentur.

So konzipierte die Agentur beispielsweise den Katalog für eine Ausstellung im Forum „Kunst am Turm“ (KAT_A) in Bad Honnef. Bereits seit fünf Jahren begleitet Maas mit unterschiedlichen Kommunikationsmedien die Kunstsammlerin Andra Lauffs-Wegner, die den Ausstellungsort etablierte. Den Kunstbereich wolle das Unternehmen auch in Zukunft weiter ausbauen, so Maas. „Wir wollen mehr große Kunstprojekte begleiten und weitere Kunden aus diesem Bereich gewinnen“, sagt der Geschäftsführer.

In seinem neuesten Projekt begleitet das Unternehmen den CDU-Bürgermeisterkandidaten der Stadt Bendorf. „Das ist unser erster politischer Auftrag. Und es ist einer der spannenden Jobs, der uns in der letzten Zeit am meisten Spaß gemacht hat“, so Maas. Neben einem Fotoshooting mit dem Kandidaten und der Konzeption der Wahlplakate, hat die Agentur einen Imagefilm gedreht, eine Webseite entworfen und beim Social Media-Auftritt des Kandidaten geholfen.

Kunden wünschen unterschiedliche Gestaltungsformen

Ein Mix verschiedener Gestaltungsformen sei mittlerweile von vielen Kunden gewünscht. Die digitalen Möglichkeiten hätten in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. „In meinen ersten 15 Jahren habe ich mich überwiegend mit gedruckten Medien beschäftigt. Webseiten gab es da kaum“, erzählt Maas.

Und dennoch sei mittlerweile ein Trend zurück zu gedruckten Werbeformen zu erkennen, erklärt der gebürtige Bonner. Der Druck sei heute beispielsweise bei der internen Kommunikation eines Unternehmens oft günstiger, als alle Mitarbeiter per E-Mail zu informieren und diese zu bitten, die Nachricht selbst auszudrucken.

Werbung über Social Media wird immer wichtiger

Auf der anderen Seite spiele der Social-Media-Auftritt bei vielen Kunden eine immer größere Rolle – die richtige Mischung sei das wichtigste. „Wir wollen zuerst genau verstehen, was der Kunde braucht, dann machen wir eine Analyse und untersuchen, was er bereits hat und dann bieten wir einen vernünftigen und passenden Mix aus digitalen und gedruckten Medien. Das schöne Design ist dann die Kür“, erklärt der Geschäftsführer sein Vorgehen.

In Zukunft, glaubt Maas, werde die richtige Mischung der Medien weiterhin wichtig sein. Die Corona-Pandemie lasse vermuten, dass sich klassische Vertriebswege vermutlich verändern werden. Das Beispiel Messen: „Ich glaube, dass viele mittelständische Unternehmen gemerkt haben, dass sich durch den Wegfall der Messen gar nicht so viel verändert hat“, so Maas. Er vermutet, dass diese Unternehmen in Zukunft gar nicht mehr die hohen Kosten für solche Veranstaltungen auf sich nehmen, sondern in andere, vermeintlich profitablere Maßnahmen und Kommunikationswege investieren.

Seine Agentur sei bisher „ziemlich unbeschadet“ durch die Corona-Krise gekommen. Selbst wenn einige Kunden vermutlich ein kleineres Budget haben werden, glaubt Maas nicht, dass ihm Unternehmen wegbrechen werden. Denn: „Ein altes Werbegesetz lautet: In schwierigen Zeiten muss man etwas tun.“