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Versorgungslage im Katastrophengebiet: Wichtige Geräte für die Aufräumarbeiten in der Region sind knapp

Versorgungslage im Katastrophengebiet : Wichtige Geräte für die Aufräumarbeiten in der Region sind knapp

Von Gummistiefeln bis zur Wasserpumpe: Wichtige Utensilien für die Räumungsarbeiten nach den Überflutungen sind bei Baumärkten und Maschinenverleihern in der Region knapp. Wenn man die Anbieter telefonisch erreicht, merkt man: Sie sind schwer beschäftigt, das Nötigste herbeizuschaffen.

Vielerorts sind wichtige Gerätschaften für die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Überflutungen in der Region ausverkauft oder verliehen. Baumärkte sind meist telefonisch nicht erreichbar. Wie ist die Versorgungslage in den stark betroffenen Gebieten im Ahrtal, in der Eifel und im Vorgebirge? Was wird gerade besonders benötigt? Gibt es bei Supermärkten und Tankstellen logistische Probleme?

„Alles, was wir zur Rettung da haben, ist ausgeliehen oder verkauft“, sagte eine Mitarbeiterin des Baustoffhandels Fassbender Tenten aus Alfter am Freitag. Sie selbst versuche gerade, für ihr Zuhause ein Trocknungsgerät zu beschaffen.

Die Techniker der Firma Isotherm Bautenschutz in Bonn sind in den betroffenen Regionen im Dauereinsatz, ebenso wie ihre Geräte vom Kondenstrockner bis zum Wassersauger. „Seit gestern morgen um sechs Uhr geht das Telefon“, sagte Mitarbeiterin Anke Boehnert. „Alle Geräte sind raus, wir können nur noch vertrösten.“ Einige Anrufer wollten schon Termine in vier oder fünf Wochen vorreservieren für die Zeit nach den Aufräumarbeiten.

Baumärkte versuchen Nachschub zu organisieren

Beim Hagebau-Markt in Sinzig stehen die Leute nach Angaben eines Mitarbeiters am Freitagvormittag Schlange. Gummistiefel, Besen und alles, was gerade gebraucht werde, sei ausverkauft. Zwei Kolleginnen seien gerade unterwegs zu einer Hagebau-Filiale in Westerburg, die eine Stunde entfernt ist, um Nachschub zu holen. „Es ist eine Katastrophe“, sagte der Mitarbeiter, der gleich wieder zur Kasse musste.

Der Baumarkt der Bauhaus-Kette in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist selbst von der Überflutung betroffen und vorübergehend geschlossen. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens. Betroffene könnten auf die Filialen in Bonn-Beuel, Bonn-Endenich, Bornheim, Neuwied und Koblenz ausweichen, aber auch dort könnten die gefragten Produkte wie Pumpen, Hochdruckreiniger, Besen und Notstromaggregate knapp werden, sagte der Bauhaus-Sprecher. „Wir versuchen, aus umliegenden Filialen und durch Zulieferung Nachschub zu organisieren.“ Erstmal gehe es darum, die gröbsten Schäden zu beseitigen. Betroffenen, die bestimmte Produkte brauchen, empfiehlt der Unternehmenssprecher, deren Verfügbarkeit erst online zu prüfen oder bei dem Markt anzurufen.

Baumarkt-Kette startet Spenden-Aktion

Die Baumarkt-Kette Obi teilte am Freitag in einer Pressemitteilung mit, dass deutschlandweit an allen Märkten gebrauchte Pumpen, Trocknungsgeräte und andere nützliche Maschinen abgegeben werden können: „OBI koordiniert den Transport der Hilfsmittel in die OBI-Märkte in den Krisenorten, die dann kostenlos zur Abholung für die Betroffenen bereitstehen.“ Die Spender erhalten einen Gutschein für die Baumarktkette im Wert eines entsprechenden Neugeräts.

Beim Großhändler Amazon sind online noch Trocknungsgeräte, Notstromaggregate und Pumpen verfügbar. Über Gruppen in sozialen Netzwerken werden Hilfsbedarf und- angebote koordiniert, zum Beispiel über die Facebook-Gruppe „Hochwasser in AW – freiwillige Helfer“.

Versorgung mit Lebensmitteln und Sprit weitestgehend gesichert

Immerhin: Der tägliche Bedarf an Lebensmitteln und Treibstoff ist weitgehend gesichert. Auch einzelne Tankstellen sind in den Katastrophengebieten betroffen und geschlossen, sagte Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes. Höher gelegene Tankstellen, die problemlos angefahren werden können, würden aber weiterhin versorgt: „Die Tanklager und die Raffinerie in Wesseling sind nicht betroffen.“

Die Lebensmittelversorgung ist laut einer Unternehmenssprecherin der Supermarkt-Kette Aldi Süd im Rheinland größtenteils gesichert: „Die Belieferung unserer Filialen ist Stand jetzt zum Großteil stabil geblieben, und wir konnten den Geschäftsbetrieb weitestgehend aufrechterhalten.“