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Regeln für Mitarbeiter: Wie Firmen in der Region auf das Coronavirus reagieren

Regeln für Mitarbeiter : Wie Firmen in der Region auf das Coronavirus reagieren

Firmen der Region Bonn und Köln stellen mit Blick auf den Coronavirus neue Regeln für ihre Mitarbeiter auf. Die Telekom und Haribo raten von Dienstreisen nach China ab, auch bei Bayer und Covestro haben spezielle Abteilungen Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter im Blick.

Rund 150 Mitarbeiter hat die Deutsche-Telekom-Geschäftskundentochter T-Systems in China. Einige von ihnen sind auch in Wuhan beheimatet, der Stadt, die am stärksten vom Ausbruch des Coronavirus betroffen ist. „Wir fliegen keine Mitarbeiter aus, da sie dort beheimatet sind und leben“, sagt Telekom-Sprecher Peter Kespohl. Aber die Telekom halte über das hauseigene Health & Safety-Management täglich intensiven Kontakt dorthin. „Wir haben den chinesischen Mitarbeitern geraten, zunächst Homeoffice zu machen“, sagt Kespohl. Von Dienstreisen nach China rate die Telekom zur Zeit ab. Anderen Firmen aus der Region geht es ähnlich.

Auch beim Süßwarenunternehmen Haribo finden derzeit keine Dienstreisen nach China statt. Aufgrund der Unsicherheit hat die Deutsche Post DHL Group Chinas Risikostatus als Reiseland auf „hoch“ hochgestuft. „Daher sollten Geschäftsreisen von und nach China aktuell nur dann erfolgen, wenn diese aus geschäftlichen Gründen unverzichtbar sind“, sagt Sprecherin Hannah Braselmann. Zudem erhielten alle Mitarbeiter vor einer Reise eine medizinische Einweisung.

Dieses Video ist Teil einer Kooperation zwischen dem WDR und dem GA.

Covestro: Keine Reisen nach Wuhan

Auch bei Bayer und Covestro haben spezielle Abteilungen Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter im Blick. Rund 9500 Mitarbeiter beschäftigt Bayer in China, vorwiegend in Peking und Schanghai. In der Stadt Wuhan beschäftige man nur einige Vertriebsmitarbeiter, so der Konzern auf Anfrage. Mitarbeiter bekommen für Dienstreisen gegebenenfalls Verhaltenshinweise. Es gibt auch Verbote von Dienstreisen, sollte in bestimmten Regionen beispielsweise die Gesundheit des Reisenden gefährdet sein. Ein solches Verbot bestehe für China derzeit nicht. Allerdings würden Dienstreisen nach China auf ihre Notwendigkeit überprüft und in der Regel verschoben.

Covestro hat dagegen alle geplanten Dienstreisen nach und innerhalb Chinas auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, so Konzernsprecher Lars Boelke. Die Covestro-Mitarbeiter seien bereits seit letzter Woche angehalten, keine Reisen nach Wuhan zu tätigen, so Boelke. Grundsätzlich sei zudem vor Dienstreisen nach China unabhängig von der aktuellen Situation eine werksärztliche Untersuchung vorgesehen, bei der aktuelle Risiken und richtige Verhaltensweisen aufgeklärt werde.

Kautex Maschinenbau betreibt zwei Standorte in China. „Nach Gesprächen mit unserem chinesischen Management haben wir uns im Rahmen einer Vorsichtsmaßnahme dazu entschieden, dass Dienstreisen in beide Richtungen vorerst ausgesetzt werden. Der Schutz unserer Kollegen ist uns wichtig“, sagt Kommunikationschef Christian Kirchbaumer: „Generell orientieren wir uns an den Empfehlungen der WHO. Wir stehen im engen Austausch mit China und werden zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden wie es weitergeht.“