Ermittlungen gegen Königswinterer Hausverwalter Wohnungseigentümer warten und warten

KÖNIGSWINTER · Harsch kritisiert der Verein "Wohnen im Eigentum" die sich hinziehende Aufarbeitung der Vorwürfe gegen den Königswinterer Hausverwalter. "Die Strafverfolger ermitteln und ermitteln und ermitteln, und die Sparkasse Köln-Bonn schweigt", moniert Gabriele Heinrich, Bonner Geschäftsführerin des Verbraucherschutzvereins.

Wie mehrfach berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Mann seit Ende Januar 2013 wegen des Verdachts der Untreue und Urkundenfälschung. Die Aufarbeitung des Falls werde wegen der vielen Unterlagen, die gesichtet werden müssten, "noch wenigstens einen Monat dauern", sagte Monika Volkhausen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Hart ins Gericht geht Heinrich, deren Verein den Fall mit einer Informationsveranstaltung im Dezember 2013 ins Rollen gebracht hatte, vor allem mit der Sparkasse Köln-Bonn. Wie berichtet, werfen Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) dem Mann vor, Gelder auf Treuhandkonten bei der Sparkasse Köln-Bonn in einem schwer nachvollziehbaren Buchungswirrwarr zweckentfremdet und die Eigentümer mit gefälschten Sparbüchern getäuscht zu haben. Es soll ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein. Genaueres lässt sich nicht beziffern, weil die Sparkasse wegen Ungereimtheiten alle Konten des Mannes Ende 2013 gesperrt hatte und mit Hinweis auf das Bankgeheimnis bislang dazu keine Auskünfte gibt. "Was von den Geldern der WEGs noch da ist, liegt auf einem Sperrkonto der Sparkasse Köln-Bonn - unerreichbar für die Eigentümer", so Heinrich: "Sie wissen nicht mal, wie viel es ist."

Zudem kritisiert sie: Der ehemalige Hausverwalter habe die WEG-Rücklagen in großem Umfang zwischen den Sparbüchern verschiedener WEGs hin- und hergeschoben. "Das ist eine offensichtlich fragwürdige Praxis, die der Sparkasse hätte auffallen müssen." Genau das sagt auch der Verwaltungsbeirat der WEG am Sponheimweg in Bad Honnef, die um mehr als 100.000 Euro Rücklagen fürchtet: Laut Beisitzer Günter Reder wurden nach Recherchen des Beirats allein zwischen 2010 und 2012 um die 72.000 Euro von dem Treuhandkonto der WEG "ohne Belege weggebucht".

Eine Kölner Anwaltskanzlei ist nach Heinrichs Informationen seit einem Jahr damit beschäftigt, die auf einem Sperrkonto liegenden Gelder den zugehörigen Treuhandkonten der WEGs zuzuordnen. "Ergebnisse sind nicht bekannt. Anfragen von Eigentümern werden abgewehrt", wirft Gabriele Heinrich der Sparkasse vor. Die Bank unternehme nichts, um Eigentümer bei der Aufklärung zu unterstützen. "Nach wie vor liegt der Sparkasse Köln-Bonn keine generelle Befreiung vom Bankgeheimnis durch besagten Hausverwalter vor", hält Banksprecher Jörg Wehner dagegen: "Daher können wir keine Details nennen."

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