Bargeld Ab Freitag verschwindet der 500-Euro-Schein

Frankfurt · Im Kampf gegen Geldwäsche soll der 500-Euro-Schein verschwinden. Am Freitag gibt die Deutsche Bundesbank die Banknote letztmalig aus. Im Alltag spielt er ohnehin kaum eine Rolle.

 500-Euro-Scheine sollen nach und nach aus dem Zahlungsverkehr verschwinden.

500-Euro-Scheine sollen nach und nach aus dem Zahlungsverkehr verschwinden.

Foto: picture alliance/dpa

In fast allen Ländern des Euroraums ist er schon seit Ende Januar nicht mehr an den Zahlstellen der Banken erhältlich, nun heißt es auch in Deutschland und Österreich Abschied nehmen vom 500-Euro-Schein. Am Freitag geben die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Zentralbank ihn zum letzten Mal aus.

Im täglichen Zahlungsverkehr spielt der lilafarbene Schein kaum eine Rolle, er wird vor allem zur Wertaufbewahrung genutzt. Dennoch waren im März, so zeigen es die aktuellen Zahlen der Europäischen Zentralbank, noch 509 Millionen Stück davon im Umlauf mit einem Wert von 254,6 Milliarden Euro. Ende 2015 waren noch fast 614 Millionen der violetten Scheine kursiert. Vor drei Jahren hatte die EZB beschlossen, die Ausgabe der Banknote einzustellen. Begründung: das erleichtere den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismus. Ob das so ist, daran hat die Deutsche Bundesbank jedoch Zweifel. Vor wenigen Wochen stellte sie in einer Studie fest, dass es einen empirischen Nachweis für diese Verbindung nicht gebe, auch weil man das Ausmaß der Schattenwirtschaft nur schätzen könne. Diese Schätzungen aber schwanken für Deutschland zwischen zwei und 17 Prozent der Wirtschaftsleistung in Deutschland.

Der 500-Euro-Schein soll nicht kurzfristig verschwinden, sondern nach und nach. Denn es müssen zunächst genügend neue andere Banknoten gedruckt werden, vor allem 100- und 200-Euroscheine. Diese Umstellung brauche etwas Zeit, sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann vor wenigen Tagen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Für kleinere Stückelungen ist mehr Banknotenpapier nötig, die 100- und 200-Euroscheine benötigen mehr Platz, die Werttransporte müssen häufiger unterwegs sein, um Geldautomaten und Filialen mit Geld zu versorgen. Die Umstellungskosten schätzen Fachleute auf etwa eine halbe Milliarde Euro.

Die 500-Euro-Scheine sind nicht nur in Deutschland und im Euroraum beliebt: Zwei Drittel der ausgegeben violetten Banknoten werden ins Ausland gebracht. Ihren Wert aber werden sie nicht verlieren: „Sie behalten ihre Gültigkeit und bleiben gesetzliches Zahlungsmittel“, heißt es bei den Sparkassen. Geschäfte müssen sie also weiter bei Zahlungen akzeptieren.

Allerdings ist es heute schon oft so, dass Tankstellen und viele Restaurants und Geschäfte die Annahme des 500-Euro-Scheins verweigern. Doch kann er bei den Banken und Notenbanken zeitlich unbegrenzt eingezahlt werden. Wer also in einigen Jahren noch einen oder mehrere dieser Banknoten unter der Matratze findet, braucht sich nicht zu sorgen: Sie können in andere Geldscheine eingetauscht werden. Allerdings werden sie dann eingezogen und nicht mehr ausgegeben, langfristig dürfte sich also ihre Zahl deutlich verringern.

Mit der Einstellung der bisher größten Banknote im Euroraum wächst auch gelegentlich die Sorge, dass langfristig das Bargeld generell abgeschafft werden könnte. Das sei nicht der Fall, versichern Notenbanker. Die Geldpolitik in Zeiten der Krise, vor allem negative Zinsen, ließe sich aber besser ohne Bargeld durchsetzen.

Allerdings kursieren auch Überlegungen, wie man dies auch mit Bargeld schaffen könnte. So hat der Internationale Währungsfonds vor einigen Wochen ein Arbeitspapier vorgelegt, in dem er diskutiert, wie man Sparer davon abhält, bei einer Krise ihr Geld einfach vom Konto abzuheben. Dazu schlagen sie vor, auf das Geldabheben einen Strafzins zu erheben, etwa von drei Prozent. Das würde also einfach formuliert bedeuten, wer 100 Euro abheben will, erhielte am Geldautomat nur noch 97 Euro in bar. So könnten dann Negativzinsen besser durchgesetzt werden. Die aktuell bestehenden Strafzinsen von 0,4 Prozent im Euroraum werden nur auf große Vermögen erhoben, Kleinsparer spüren sie allenfalls indirekt, weil Gebühren auf Girokonten erhoben werden. Das aber ist bisher zumindest nur eine rein theoretische Diskussion.

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