Ausgesperrt – und nun? Tipps für den Umgang mit Schlüsseldiensten

Berlin · Wenn die Tür ins Schloss fällt, sich der Schlüssel aber noch in der Wohnung befindet, gilt als Erstes: Ruhe bewahren. Mit etwas Vorsorge lassen sich Folgen und Kosten abmildern.

  Wer sich ausschließt, ruft oft einen Schlüsseldienst. Verbraucher sollten aufpassen, um nicht an Betrüger zu geraten .

Wer sich ausschließt, ruft oft einen Schlüsseldienst. Verbraucher sollten aufpassen, um nicht an Betrüger zu geraten .

Foto: picture alliance/dpa/dpa-tmn/Christin Klose

Mit einem Klack fällt die Tür ins Schloss. Hektisches Durchsuchen der Jackentaschen und dann der Schreck: Die Schlüssel befinden sich noch in der Wohnung. Was in so einem Fall zu beachten ist.

Wie findet sich der richtige Schlüsseldienst?

Im Fall des Falles ist die erste Regel: Ruhe bewahren und sich Zeit nehmen, die in Frage kommenden Firmen genauer anzuschauen. Hat der Anbieter eine teure 0900er-Telefonnummer als Kontaktmöglichkeit angegeben? Dann lieber Finger weg. Ein fehlendes Impressum auf der Internetseite kann ebenso ein Warnhinweis sein, oder dass sich an der im Impressum angegebenen Adresse beim Gegenchecken ein ganz anderes Unternehmen befindet. Auch sollte der Preis abgesprochen werden.

Was darf eine Türnotöffnung kosten?

Der Preis ist abhängig von verschiedenen Faktoren: Um welchen Tag handelt es sich? Wird ein Nachtzuschlag fällig? Wie lang ist der Anfahrtsweg? Einen Anhaltspunkt bietet eine Studie, die ein früheres Handwerkvermittlungsportal im Jahr 2020 erstellt hat. Demnach lag der durchschnittliche Preis für eine Türnotöffnung an einem Werktag tagsüber bei 118 Euro. Der Verbraucherzentrale Brandenburg zufolge sollte der Preis an einem Wochentag tagsüber nicht über 100 Euro kosten. Nacht- und Wochenendzuschläge seien zulässig, aber Posten wie „Sofortzuschläge“, „Bereitstellungszuschläge“ oder „Spezialwerkzeugkosten“ nicht. Unseriöse Schlüsseldienste verlangten immer wieder hohe drei- bis vierstellige Beträge.

Was gilt es, beim Beauftragen des Schlüsseldienstes zu beachten?

Der Anbieter muss genau wissen, was passiert ist. Ist die Tür nur zugefallen – oder war sie abgeschlossen und der Schüssel ist verloren? Um was für ein Schloss handelt es sich? Und um was für eine Tür? Diese Informationen helfen, den Aufwand und damit die Kosten einzuschätzen. Auf dieser Basis sollte man einen Festpreis vereinbaren. Auch ein schriftlicher Kostenvoranschlag kann zusätzliche Sicherheit geben. In jedem Fall sollte man auf eine Rechnung bestehen, auf der die Posten und die Gesamtsumme aufgelistet sind.

Was tun, wenn man auf einen betrügerischen Dienst hereingefallen ist?

Mit einem Urteil im Jahr 2020 hat der Bundesgerichtshof die Position von Verbrauchern verbessert und klargestellt: Anbieter, die eine Notsituation von Betroffenen ausnutzen, um weit überzogene Rechnungsbeträge zu fordern, betreiben Wucher. Doch auch wenn der Rechtsweg in der Theorie vielversprechend ist, sieht die Praxis anders aus: In Betrugsfällen sind die Täter oft längst über alle Berge. Sollte es noch während der Öffnung zum Konflikt kommen und ein Anbieter etwa damit drohen, die Tür wieder zu verschließen, wenn man eine geforderte überhöhte Summe nicht zahlt, rät die Verbraucherzentrale Bayern: Polizei rufen. So eine Drohung sei Nötigung.

Wie lässt sich vorsorgen?

Am besten ist es, wenn ein Schlüsseldienst gar nicht erst notwendig wird. Gibt es jemanden, dem man einen Zweitschlüssel geben kann? Aber auch vertrauenswürdige Nachbarn oder Freunde können mal im Urlaub oder einfach nicht zu Hause sein. Daher ist es hilfreich, noch auf einer zweiten Ebene vorzusorgen und sich bei Gelegenheit nach einem seriösen Schlüsseldienst umzuschauen. Im besten Fall fragt man einfach mal nach den Preisen und speichert die Telefonnummer ein.

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